Jahrgang 
3 (1801)
Einzelbild herunterladen

14.

bestreute, ohne sonst einen andern Dünger auf⸗ zuführen, und doch jährlich über Knie hohes Gras erhielt. Allein solche Thatsachen beweisen nichts gegen den allgemeinen Satz: alle 2 Jahre wenigstens auch zu düngen. Denn jene Wiese war erstlich Bodenland, wo man selten oder nie zu düngen braucht. Dann ist auf dem Felde, wo noch kein Gyps angewandt worden war, immer großer Nahrungsvorrath; dieser wird aber bey einem größeren und schnelleren Wachsthume frühzeitiger und schneller aufgezehrt.

An merkung. Wo ein Land durch Länge der Zeit ganz ausgesogen ist, da schlägt der Gypo nicht mehr an, sondern wird den Gewächsen vielmehr schädlich. Den Versuch zu dieser Thatsache kann jeder Landwirth anstellen; was folgt demnach? dies: daß der Gyps keine eigentliche Nahrung der Pflanzen sey. Ich erinnere mich nicht, daß Hr. Rük⸗ kert auf diesen Umstand sey aufmerksam gewor⸗ den. Ist dies nun aber, so erklärt sich die erstgegebene Regel von selbsten.

Regeln in Hinsicht auf die Sommer⸗ gewäch se.

Erste Regel. Man streue nicht eher auf, als bis die ersten Saat⸗