Jahrgang 
4 (1800)
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Fast von allen Orten her rühmt man, daß die Saat auf dem Acker sehr gut liege; nur aus feuch⸗ teren Gegenden beklagt man sich hin und wieder über Schneckenfraß. Häufiger, ja ziemlich allgemein, ist bie Klage über Mäusefraß auf den Feldern, und Durchvühlung des Ackers von denselben. Die gu⸗ ten Dienste der Bohrlöcher gegen die Mäuse bestä⸗ tigen sich von mehrern Orten her.

Fast ohne Ausnahme finden sich aber erstaunlich

viel Mäuse in den Scheuren, und der Schaden, den sie daselbst anrichten, scheint beträchtlich werden zu wollen. Der heftige orkanmäßige Sturm aus Südwest, welcher hier Nachmittags um 4 Uhr mit einem ent⸗ fernten Gewitter ausbrach, hat sich durch diese ganze Breite von Niedersachsen und vermuthlich noch wei⸗ ter ins Wesphälische und Brandenburgische hinein erstteckt! Der Schäden, welchen er an Gebäuden, Planken, Thorwegen und in Holzungen angerichtet hat, ist beträchtlich. Weiter nördlich scheint er sich gemilbert zu haben, und ist daselbst später verspürt worden. In den interessanten Witterungsnachrichten, die ich von der Schleßwigschen Gränze, oberhalb Kiel her, erhalten, wird folgendes gemeldet:am gten abwechselnd Regen, sehr gelinde. Am 1oten warm, die Luft voll dunkelschwarzer Wolken, die den Gewitterwolken ähnlich sahen; dabei regnete es zu⸗ weilen sehr stark, besonders am Abend. Der Wind aus Sudwest. Am IIten: In der vergangenen Nacht hatte man hier einen starken, orkanmäßigen Sturm aus Südwest und West, wobey ein Gewit⸗ ter war.

Nachtichten über einige andre Gegenstände der Landroirthschaft verspare ich auf den nächsten Quar⸗ talsbericht, da dieser bereits seine Gränzen überschrit⸗ ten hat.

Zelle, den 18. November 1800. A. Thaer.