Jahrgang 
4 (1800)
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tung seines Fleißes und seiner Bemühungen zeigt es, ob es im Vertrauen auf seine eigenen Kräfte durch sich selbst groß, oder auf erborgte Schätze stolz seyn will.

Der Ackerbau, so sehr ihn auch manches Vorurtheil herabsetzt, ist und bleibt das vorzüg⸗ lichste Werk, aus dem die Würde eines Volks in ihrem wahren Lichte hervorstrahlt. Hierin zeigt es sich, ob der Mensch wie ein Maulwurf bloß den Strich Landes umwühlt, der ihm dürf⸗ tige Nahrung gewährt, oder ob er mit Geist und Gefühl des Schönen die Erde verherrlichet, die er bewohnt, und ein Wohlthäter seiner Brüder wird. Die fruchibare Erde, verbunden mit dem Fleiße der Menschen, ist der wahre Reichthum eines Volkes. Alles andere ist bloß ein scheinba⸗ rer Reichthum, welcher nur so lange gilt, als die Einbildung der Menschen einen Werth darauf legt. Wenn die Erde reichliche Früchte giebt, und Menschen und Vieh trefflich nährt: so kann der Künstler gedeihen und ein Wohlthäter des Landes werden, der den Genuß verschönert; und wenn Ueberfluß an Produkten ist, so wird die Händlung ein Segen des Landes. Wenn aber die Erde uns keinen Reichthum giebt, so wird alles eine Pest fürs Land, was uns zu Ausga⸗