Jahrgang 
4 (1799)
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Bey der Bereitung der Schindel stelle man drey Leute an. Zwey sind bey der Form; der dritte bereitet den Lehm, und schaft ihn den bey⸗ den, die an der Form sind, zur Hand. Es versteht sich, daß diese Bereitung an eben der Stelle geschieht, wo der Lehm liegt. Auch muß Platz genug vorhanden seyn, die Schindel an der Erde zum trocknen hinzulegen, und sie am Abend unter Dach zu bringen. In strenger Frühlings⸗ Luft trocknen sie an einem Tage hinreichend aus. Auch schadet ihnen im Liegen ein unvermutheter derber Regenschauer nicht. Anf diese Art können diese 3 Leute vom Morgen um 6 bis Abends um 8 Uhr, Frühstücks⸗Mittags⸗und Abend⸗Brodts Zeit abgerechnet, täglich ein hundert und sechs zig Schindel verfertigen. Hat man also mehr Leute übrig, so kann man mehr Formen anstellen, und dann läßt sich in einigen Wochen schon ein guter Vorrath zusammen arbeiten.

Der Transport der Schindel zum Dach hin⸗ auf, ist, so wie Herr Gilly es vorschreibt, etwas beschwerlich. Der Handlanger soll nemlich durch 3 oder 4 Schindel einen Stab stecken, und sie so auf dem Rücken die Leiter herauf tragen. Dies wollte mit meinen Leuten durchaus nicht gehen, und ich hatte die ganze Arbeit aufgeben