Jahrgang 
2 (1799)
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Fatal iſt dieſe Witterung zwar fuͤr die Fruͤh⸗ jahrs⸗ Beſtellung. BVermuthlich wird mancher genoͤthiget ſeyn, dem Acker ſtatt zwey Pflug⸗Arten nur eine zu geben. Da indeſſen der Erdboden, wenn er nur vor Winter geſtuͤrzet war, ſchon durch den ſtarken und oft wiederkehrenden Froſt, ſehr muͤrbe und rein gemacht worden/ ſo wird das Sommer-Korn den Abgang einer Pflug⸗ Art minder empfinden. Ueberdem wuͤrde eine fruͤhe Beſtellung, wenn auch die Zeit es exlaubte, ehe der Erdboden voͤllig wieder erwaͤrmet, und das Gleichgewicht in der Atmoſphäre hergeſtellet wor⸗ den, nicht rathſam ſeyn. Und das laͤßt ſich in⸗ nerhalb 4 Wochen noch nicht erwarten.

Am traurigſten iſt dieſer neue Froſt und Schnee in Ruͤckſicht des vorher ſchon ſo großen Futter⸗Mangels und des Horn- und Schaaf⸗ Viehes geweſen. An den meiſten Orten wird dieſe Noth unbeſchreiblich und graͤnzt an Verzweife⸗ lung. Die Folgen davon ſind unabſehbar und köͤnnten der Fruchtbarkeit des Ackers vielleicht auf mehrere Jahre nachtheilig werden, wenn nicht bald eine warme milde Witterung das Gras auf den Weiden ſchnell hervorlockt.

Zelle den öten April 1799. Gg 2