112. XII, Vermischte Anmerkungen.
die nicht ein gleiches thun. Der Wind bringet von deren Lande so viel Saamen auf die an« grenzenden Aecker, daß alle Anstalten, die man dagegen macht, vereitelt werden. Es ist folgendes Exempel sehr merklich, Vor der Stadt Osterode am Harze lieget ein Feld, welches das Wechselfeld genannt wird, Ein jeder darf in einem jeglichen Jahre hinein säen, was er will, und folglich findet man daselbst alle Sommer Winter- und Sommerfrüchte und Brachland durch einander, und die Wu- <herblume überziehet alle Sommerfrüchte. Ein ehmaliger sehr lebhafter Bürgermeister that alles, um sie auszurokten? aber es war ver« geblih. Jn den übrigen sehr weitläuftigen Feldern vor dieser Stadt ist aber dieses Uebel nicht, und es ist wahrscheinlich, daß solches daher rühret. Die übrigen Felder sind in drey Theile getheilet, wovon der eine Theil mit Winterfrüchten, der andere mit Sommer- früchten bestellet wird, und der dritte brach lieget, und was dieses Jahr brach gelegen hat, wird mit Rocken und Weizen und das Jahr darauf mit Sommerfrüchten besäet, und dann lieget es wieder brach, jedoch so, daß es drey« mal umgepflüget wird. In allen diesen Fel- dern darf niemals Winter- und Sommer«- frucht unter einander gesaet werden, und weil daher die Wucherblume in zwey Sommern
nicht auffommen kann; so hat man sie auch im


