der treffliche Grohmann in ſeiner Refornmations- Rede den Regenten über Denk- und Geijtes- Frey- heit ſagt:
„Mögen die Fürſten auf'ihrer Hutſeyn! die freie „Forſchung, weicher mat durch ihre Hülfe"gern „Einhalt thun wollte, hät fie allein von den Feſ- „ſeln des Pfaffenthums befreiet. Diefe könnten „Ahnen leicht wieder angelegt"werden, wenn. es „Sclange, wieder zurü& zu führen die dunkle Doit!* „aet:=)
läßt ſich, wenn gleich in entfernterem Verhältniſſe, auch auf die Volksbildung anwenden. Der beſſer Gebildete in der niedern Vo'ksklaſe wird zuverläßig auch der folgſämere und fleißigere Arbeiter ſeyn. Bey menſchenfreundlicher Behandlung wird ſein er- Höhetes, ſittliches Wefühl und die. edlern Begriffe, die ein beſſerer, ſeiner Lage anpaiſender Unterricht in ihm entwickelt hat, ihm-die Ueberzeugung. geben: daß er der Herrſchajſt. Dank ſchuldig iſt, die ihm B-od giebt,'hn ernährt und für die ſittliche Bildung der Seinigen ſorgt. Mit Anhänglichkeit und. Treue wird er ſeiner Herrſchaft. ergeben ſeyn und nicht leicht ſeinen heimathlichen Ort verlaſſen,„wenn dagegen der rohe Menſch/ ohne jittiiches Gefühl, ſich jede Untreue, jede Vernachläßigung ſeiner Pflicht erlaubt; nie eine bleibende Heimath lieb gewinnt; nirgends zuſrieden, in ſtetem Wechſel ſeines. Wohnorts ein vagabondeonartiges Leben führt und zuleßt'dem Staate als Müßiggänger und Bettler, wol gar als Ver- brecher zur Laſc'fällt.;
*), Nede des Herrn Profeſſors Grohmann bey der drit- ten Sökular- Feier der Reformation,+ Hamburg. bey Perthes und Beſſer, 1820,


