Jahrgang 
2 (1820)
Seite
8
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den diſpenſirt feyn: ſo wird. das Augenmerk bey der Zuzucht. gerichtet ſeyn auf die wohlfeilſie Milch- und Butter- Erzeugung, darnach alſo. die Auswahl

der Zuzucht getroffen werden; und dann frägt es

ſich, ob wir die blindgelben und blindrothen Land»

fühe oder das Jütſche oder das Holſteinſche Vieh

zur Stamm» Race machen. wollen, oder, wie das

ſüdliche Deutſchland, durch Schweizer- oder Tyro-

ler- Vieh eine Race erzeugen; ob wir unſer Auge

entwöhnen wollen von der. blinden Farbe des Nor-

den und von den brennenden Farben des Süden unſere Weiden wollen verſchönern laſſen. Vott Mecklenburgiſchem Race- Vieh wollen wir nicht re- den, wenn wir es ſo weit gebracht haben, die lieben Echwarzſche>en zu erzeugen, welche ſchöne große Hörner haben, weil ſie. in der Jugend reichlich mit Milch getränkt ſind ,/ aber im Hintertheil ſehr ſpiß zulaufen und keinen geraden Gang haben. Wenn die Form auch keine Milch giebt, ſo wird eine regel» mäßige Form, die einen ſiarken Fleiſchanſaß zue läßt, der Milchergiebigkeit nicht hinderlich ſeyn und werden wir uns übrigens bey der Zuzucht die zwecke mäßige Form mehr als. die-Farbe zur Grundregel dienen laſſen können, da das Milchvieh am Ende doch auch mit ſeinem Fleiſch nüßen ſoll.. E3.iſt fein Zweig der Landwirthſchaft weniger und ſchlechter gepflegt, als die Rindviehzucht, und iſt doch fein