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ſieht dadurch für die Herren die große Unannehmlich- keit, alljährlich mit ihren Geſpannen im Lande um- herzureiſen, um Tagelöhner nebſt ihrem Hausgeräth anzuholen.
Dies zu vermeiden, giebt zu einer Spekulation der Herren Gelegenheit, die ich für eben ſo ſchänd- lich und empörend wie Leibeigenſchaft halte.
Die Tagelöhner werden ſo ſchlecht geſeßt, daß ſie nicht ausfommen können. Sie klagen ihre Noth dem Herrn;-mit der Miene des großmüthige- ſien Beſchüßzers ſtreckt er ihnen Korn, Geld, Kuh 2c. vor, bis daß ſie tief bey ihm verſchuldet ſind. Nun macht der Herr mit ihnen was er will, klagen und kündigen dürfen und können ſie nicht, ſie möge ten denn nackt'und ganz verarmt von dannen zie- hen wollen, Kömmt die geſeßlich beſtimmte Ere nährungszeit heran, ſo nimmt der Herr das Sei- nige, höchſtens ſchenkt er ihnen einen Theil ihrer Schuld, und ärmer wie ſie gefommen müſſen ſie wandern,
Gewiſſe Armuth iſt das Loos dieſer Freyen! wie kann bey ſo behandelten Meuſchen Liebe und Anhänglichkeit. ans Vaterland Wurzel ſchlagen?
Freplich werden dieſe Herren ſelbſt die Früchte ihrer unlieblichen-Blüthen ſchmecken. Bey reich- lieber Bevölkerung werden ihre Beſikungen San


