er etwas hißiger Natur/ ſo mag er auf der neuen Stelle nicht lange weiten, weil eine neue"Sache ihn abermals in Harniſch bringt, und ſo zieht er wieder. Durch'dies öftere Ziehen verliert er die Luſt an einem ruhigen Wohnſiß; er beſſert ſeine Sachen nicht, macht ſich ſeine Lage nicht erträgli- <her, er denft immer:„„wer weiß, wie lange, du bleibſt, und wird es dir zu arg, ſo wanderſt du.“ Das Sprichwort?„ein Stein,-der ſtill liegt, be wächſt, findet auch hier ſeine Anwendung. Beym jedesmahligen Umzug zerbricht etivas von ſeinen Sachen oder geht verlohren 3 ſein Gartenland, das er vorfindet, iſt nicht in der Reihe; ſeine Kuh iſi die Weide nicht gewohnt, giebt keine Milch, ſiürzt wohl gar u. ſ. w. Somit wird ſeine Caſſe immer kleiner und ſeine körperlichen Kräfte verlieren ſich gleichfalls. Je älter er wird, je ſchwerer wird es * ihm, Wohnung zu erhalten; zunächſt wohl noch beym Bauern. Wird ex aber ganz ſtumpf und alt, ſo weiß er nirgends hin. Seine Kinder können ihn nicht zu ſich nehmen; ähnliche Lage und eigene Kinder machen ihnen dies unmöglich. Weil cr die Miethe nicht mehr entrichten kann/ wird ihm Kuh, Bette, Keſſel, alles verkauft. Gänzlich ver- armt wird er aus dem Hauſe geſtoßen; betteln muß er ſein Brod vor fremden Thüren;z ſeinen Tod fitt- det er vor Hunger und Kälte auf freyem Felde.
Jahrgang
2 (1819)
Seite
398
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