8 8E Fri Aus dem Melenburgiſchen, den 11, Jun, 1818.
Tho kann Ihnen noch keine Blume vom Fiorin- Gras vorzeigen, aber ſchließe hierneben eine Pflanze an. Es iſt ſpat dieſen Frühjahr zum Vorſchein gekommen und überzieht aus- einzelnen. Knoten wie ein Spinn- gewebe die Erde. Jeder Knoten ſchlägt, wie Sie ſehen, aus; auf moorigtem Grunde finder man Pflanzen von gleichem habitus jedoch nicht ſo fein von Blatt und Körper, Yuch möchten ſolche wohl nicht auf ſo tro>kenem Boden wachſen, als dieſe Agrostis stoloni- fera, Zur Zeit hat es noh nicht das Anſehen, daz Halme hervorſchießen. I< habe einen Theil mähen und einen Theil ausgäten laſſen, und will doch ruhig abſehen, ob alles bloß blinder Lärm iſt, So viel ſehe ich ſchon ab, daß das Gewächs nicht zum Frühjahrs- futter taugt; bey unſerm Klima kömmt es uns, be- ſonders für Stallfütterung, hauptſächlich an, auf die Kultur frühwachſender Gräſer, und in dieſer Hinſicht ſteht, meiner Meinung nach, das Knaulgras obenan,**)
ihn in meiner Haushaltung zu Mehl und auch, mit den. Hülſen als Pferde'- Futter vortheilhaft genukt, Er hat drey große Tugenden vor dem Weißen vor- aus: Er wird nichr brandigz er lagert ſich nicht; die Sperlinge ruiniren ihn nicht. Aber= er iſt bey uns keine Kaufmannswaare! Aud ſind unſre mehr- ſten Müller zu. unwiſſend oder zu M ihn ges (
horig zu enthülſen. d. R. *) Mehr von dem Fioritü- Graſs enthält die Vorrede, A.107".
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