Zu Kapitel 8.
BekanntkmachungeinesuntrüglichenMik- tels gegen den Brand im Weißen 26
Daß das Einkalken des Weizens ein Mittel gegen den Brand abgiebt, das iſt längſt bekannt? wie dieſes Mittel aber wirkt, was eigentlich der Brand ſey, und woraus er entſtehe, darüber ſind ſich ſo wenig die Landwirthe als auch die Gelehrten einig. Daß der Brand von Inſecten entſtehe, iſt kaum wahrſcheinlich. Die Aehre iſt ſchon brandig, bevor ſie Korn angeſeßet und geblüht hat, noch ehe ſie aus der Blattſcheide tritt; dieſe Aehre blüht gar nicht und befindet ſich gleichſam in einer falſchen Schwängerung. Es können ſich in dem faulen Weſen des Brandkorns wohl Infecten befinden wie in jeder andern faulenden Subſtanz, und man kann dieſe faulige Maſſe eben ſo gut als die Urſache des Entſtehens der Infecten als die Entſicehung des Brandkorns von den Infecten anſehen. Das Brandinfect brauchte ja auch nicht zu ſterben, wenn es ſeine Nahrung im Brandkorne nicht mehr fändesz es kann dieſes ja nicht ſeyn, es müßte ſich viel- mehr auf, eine geſunde Aehre begeben, und ſeine Eyer auf ein gutes Korn legen, denn der Brand keimt ja nicht. Das Einkalken mit Kalk und Salz ifi in Mecklenburg ſehr gewöhnlich, indeſſen werden


