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ſehr ausfiel, ich laſſe dieſes aber dennoch dahin geſtellet ſeyn und kann mich für ein Ueberreifwerden des Winterkorns nicht erklären.| Nach"der auf Erfahrung beruhenden. Meinung des gemeinſten Landwirthes, dreht ein heftiger Wind die Aehren der ſehr reif gewordenen Gerſie ab, wodurch ein großer Schade erwächſt, deswegen mäht man die Gerſie in der Gelbreife und läßt ſie nicht 6 bis 7 Tage, wohl aber etwa 2 bis 3 Tage auf der Schwade liegen, bindet ſie dann, weil ſie.dann noch geſchmeidig iſtund die Seile noch nicht brechen, auf, und läßt ſie noch ein Paar Tage in Hocken nachtrocknen, wo ſie dann ohne Nachtheil eingefah- xen wird und ein Stroh giebt, welches vom Viehe nicht verſchmähet wird; dies würde aber geſchehen, wenn man die Gerſie todtreif werden ließe. So läßt man auch den Hafer um des beſſern Strohes willen, etwas auf der Schwade nachreifen. Ein ſolches Stroh behält das Kaff an ſich und wird mit Begierde vom Viehe gefreſſen, welches beym Heu- mangel-ſehr wichtig iſt. Das Nindvieh wird gewiß ein recht reifes und ſiockiges Stroh, das ohne alle Spreu, ſo wie ein Beſemreis. iſt, verſchmähen, und es kann ihm, weil es daſſelbe ungerne genießt, auch nicht behülflich ſeyn. Durch vielen Regen wird ja das Stroh ſtockig und verliehrt ſeine Kräfte, wie könnte dieſes dem Viehe zuträglich ſeyn? es


