Jahrgang 
1815
Seite
183
Einzelbild herunterladen

= 183 EZ

ganz neuerliches-Beyſpiel anzuführen. Ich hatte im Frühjahr einen jungen dem Anſcheine nach ge- ſunden Ochſen anbändigen laſſen, er ließ ſich gedul- dig ſein Joch auflegen und trug es ohne Widerſpen- ſtigfeit und ſchickte ſich ſehr gut im Zuge, hatte auch einen vernünftigen Häfer. Gegen den Herbſt, einige Tage zuvor, ehe das Hahken aufhörte, be- fam er eine Dünnleibigkeit, und ſeine Exkremente befamen das Anſehen, als wenn er weidete oder grünes freſſe, da er doh bloß trocknes Futter be- kam, dabey bließ er ſich jezuweilen fo ſtark auf, daß man beſorgen mußte, er bekäme die Padde. So lange dies anhielt, fraß er faſt gar nicht; wenn dieſe Anſchwellung nachließ, welches von ſelbſt ge- ſhah, ſo fraß er wieder, obgleich nur ſchwach. Ich glaubte nun, er habe ſcharfe Unreinigkeit im Leibe, und gab eine Doſis Rhabarber mit zerſioßenen Wacholderbeeren vermiſcht für den Durchfall ein= ein Mittel welches ich in ſolchen Fällen ſtets beym Rindvieh würkjam gefunden habe, denn gemeinig- lich war eine Doſis zur Wiederherſtellung hinläng- lich.*)= Dieſer Ochſe bekam hingegen davon einen Tag um den andern nach grade vier Portio- nen, ohne Erfolg. Ich ſuchte nun in einem eng- liſchen Werke über die Landwirthſchaft nach einem

*) Wie Gark war dieſe Doſis? F A,+d. R.