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ſtücke durch bäuerliche Leiſtungen. Man hatte alſo nicht weiter den Reiß, Bauern und Dorfſchaften einzurichten, behielt nur ſo viele bey und richtete nur ſo viele ein, als man zum Betrieb der Hof- wirthſchaft durch Hand- und Spanndienſie nöthig fand. Als man nun aber merkte, daß der Betrieb der Wirthſchaft durch bäuerliche Dienſte mit einem unverhältnißmäßigen Aufwande verbunden, ein ſittlich und geiſtiges Verderben der Dienſileute zur Folge habe, und lernte, kleinere, dann größere Güter durch eigene Knechte, Mägde und Kathen- lente mit größerem Nußen zu bewirthſchaften, ſs entſtand ein völliger Riß in dem Intereſſe der Grundherrſchaft an der Exiſienz der Bauern. Die Zahl der Bauern ward vermindert, die einzelnen Bauern wurden größer eingerichtet, die Hoflände- reyen wurden vergrößert, ganze Dörfer wurden gelegt und in Höfe verwandelt.*)
*) Dorf- und Bauerſchaften mußten entſtehen, wo der Dienſt und die Dienſtleiſtung Zwe des Etabliſſements waren. Man wollte die Dienſtleute beyſammen haben, deshalb legte man ſie in Dörfern zuſammen, da ſonſt, wenn es vfonomiſchen Abnuß und reinen Ertrag galt, einzelne Höfe entſtanden. In Amerika, wo der Land- bau für das Mercantilſyſtem betrieben wird, finden ſi< vermuthlich feine Dorſſhaften, nur Höfe, ſo wie in Brabant und allenthalben, wo ſeit langer Zeit der
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