Jahrgang 
1 (1811)
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Um dieſe Phänomene darzubieten, ſind dem Samen einfge unerläßliche Bedingungen nothwendig: dieſe beſte hen 1) in der Gegenwart;des Waſſers; 2) in einer be- ſtimmten Temperatur; und 3) in der Berührung mit dem Sauerſtoff.*) 3

Das Licht iſt nach Herrn 2c. Chaptal kein unum- gänglich nothwendiges Mittel zum Keimen der Pflanzen-

*) Herr Düpoyrtal, welcher jenen intereſſanten Aufſfatz des Herrn 1c. Chaptal, der für eine neue Ausgabe von Rozier's Cours, complet d'agriculrure beſtimmt iſt, welchen die Mitglieder der Scction fur den AFerbau, im franzöſiſ<en Rational- Inſtitut, beſorgen, als Auszug aus dem Manuſcripte mitgetheilt H6t,, ſeßt zu jener Be- merkung hinzu, daß die lestre Bedingung, nämlich die Einwirkung des Sauerſtoffes, aum' dann erzielt werden kann, wenn man die Pflanzenſamen mit andern Korpern in Berührung bringt, die ihnen, glei der atmosphäri- ſchen Luft, Sauerſtoff abgeben können. Dieſes werde nach von Humboldt erreicht, wenn man den Samen mittelſt oxydirter Salzſäure zum keimen bringe; auch werde ein gleicher Effect durch die mit Waſſer ſehr ver» düynnete Salpeterſaure erreicht, Vielleicht könnten auch einige Metalloxyde dieſelbe Wirkung veranlaſſen; indeſ- fen fey aber auc< zu fürchten, daß, wenn dergleichen Metalloxyde zu viel Sauerſtoff an die Samenkörner abs» ſetzen, ſolHer die-Materie der Cotyladonen zerſtören, und das Keimen aufheben könne. Wenigſtens ſcheine dieſes der Fall nac< der Bemerkung des Herrn von Sauſſure zu ſeyn, naM welcher das Keimen der Pflanzenſamen. im Sauerſtoffgas ſchwerer, als. in der atmosphäriſchen Luft erfolgt,

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