463 Erfahrungen über die Ausſ<heidung eines zu>erreichen Syrups aus Birnen.
Die früher erzählte EntdeXung des Herrn Prouſt aus dem Safte der ſpaniſchen Weinbeeren einen brauch» baren Rohzucker zu ſcheiden, veränlaſſete mich, unſre deut» ſchen Weintrauben einer der von ihm vorgeſchriebenen ähnlichen Behandlung zu unterwerfen, um zu erfahren, ob und in wie fern auch dieſe zur Darſtellung des Zuk» kers, oder wenigſtens eines zuFerreichen Syrups, mit Vortheil anzuwenden ſeyn möchten.
Sechs Berliner Meken weiße vollkommen reife Weins trauben, welche fammt den Kämmen 20 Pfund wogen, wurden von den Kämmen befreyet, hierauf zerquetſcht, der Saft in einer zinnernen Preſſe ausgepreſſet, und er betrug überhaupt 55 Berliner Quart. Sein Geſchma> war ſehr angenehm ſäuerlich ſüß.
Um die darin befindliche freye Citronen- oder Weine ſieinfäure daraus abzuſondern, ſeßte ich dieſem Safte für jedes Quart 2 Loth fein gepulverte reine Kreide zu, rührte alles recht wohl untereinander, erhikßte nun das Ganze in einem zinnernen Keſſel zum Sieden, und une terhielt die Maſſe ſo lange darin, bis hineingetauchtes Lackmuspapier nicht mehr geröthet wurde.
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