Jahrgang 
1 (1809)
Seite
4
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Bey meinen Verſuchen mit oxydirter Salzſäure habe ich gefunden, daß man bey ihrer Anwendung, als Be» förderungsmittel des Keimens, ſehr vorſichtig ſeyn muß, wenn man nicht befürchten will, den zarten Keim im Mutterſchoße zu tödten. Man muß das Saamenkorn als ein lebendes Weſen betrachten, deſſen Kräfte nur'ſd

Jange ruhen, bis günſtige Umſtände ſie in Thätigkeit

ſeen. Wenn ein mäßiger Reiß hierzu unumgängtlich nöthig iſt, ſo kann doch auch ein zu ſtarker Reiß alle Erregbarkeit auf einmal vernichten. Bey alten Saamen iſt dieſe Vorſicht um ſo mehr zu beobachten, da dürch die Länge der Zeit ſchon ein beträchtlicher Theil ihrer innern Energie verloren gegangen ſcyn kann.

Von Humboldt ſchreibt auch. den metalliſchen Oxy» den, namentlich dem ſchwarzen Braunſtein und rothen Bleyoxyde, eine Wirkung auf die Vegetation zu. I< muß indeſſen geſtehen, daß ich bey wiederholten Verſu- <en keine Wirkung davon geſehen habe. Ich habe in bloßer Mennige und in Braunſteinoxyd Kreſſenſaamen geſäet, aber nie einen Unterſchied in Hinſicht des Kei- mens, den ich hätte ihrer chemiſchen Wirkung zuſchreiben können,in Vergleich mit andern Kreſſenſaamen, welcher auf Sand geſäet und übrigens gleichen Umſtänden. ausge»- ſelzt. war, bemerkt. Zwar kamen bey der Mennige die Keime etwas früher zum Vorſchein 3; dies war aber bloß Folge des größern ſpecifiſchen Gewichts derſelben. Ver? möge dieſes ſenkte ſie ſich immer auf den Boden des Ge» fäßes und hielt Feuchtigkeit über ſich; die Saamen lagen vaher weit feuchter wie im Braunſtein und Sande,