Jahrgang 
2 (1807)
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Den Verluſt, welchen man am Honig leidet, beträgt

nicht volle drei Loth auf das Pfund, aber wie verhält

ſich dieſe Süßigkeit zu dem wirklichen Zucker?

Dem Geſchmac>e nach mußte ich das doppelte Gewicht des Syrups gegen Zu>er nehmen, um eine gleiche Menge Waſſer gleich ſüß zu machen; doch behauptete eine ſehr gute Wirthin, welche viel von. dieſem Syrup verbraucht hatte, daß ſie weit weniger deſſelben' zum Süßen dex Speiſen nöthig gehabt, als wenn ſie Zucker angewandt hätte. Ob dieſes ein beſonderer Seegen Gottes in der Wirthſchaft geweſen, oder ob es Täuſchung war., kann ich nicht entſcheiden.

Sey es aber auch, daß man doppelt ſo viel verbrau- c<en muß, ſo iſt es doch ein Landespvodukt, welches jekt zwar wegen der hohen Zucerpreiſe, als Süßigkeit auch einen vicl höhern Preis hat, durch vermehrte Bienenzucht aber vielleicht wieder zu ſeinem alten Preiſe herabſinken könnte.

Es lohnte ſich daher wohl, den ſo äußerſt bedrängt und ausgeſogenen Landmann, bei ruhigeren Zeiten zur Bienenzucht aufzumuntern, und durch angeſeßte Bienen- Väter ihm Anweiſung dazu geben/ zu laſſen, da dieſer Nahrungszweig ſo wenig Zeit erfordert, und viel zur Aufhelfung ſeines ſo ſehr. geſunkenen Wohlſtandes beitra? gen könnte.

Aber nicht blos zum Süßen unſerer Speiſen, wäre der gereinigte Honig anzuwenden, er könnte auch zur Ver?