Jahrgang 
2 (1804)
Seite
494
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Quellen herbeigeführt. Er findet ſich aber im Humus des Kalkbodens nicht ſo reichlich, daß er in allen dort wachſenden Pflanzen verbreitet wäre, Dies iſt vorzüge- lich bei Pſlanzen der Fall, die eine. ſtarke und wenig poröſe Faſer haben; in Gräſern und andern Vegeta- bilien, die ein weiches und ſchwammiges Gewebe ha- ben, wird er häufiger angetroffen.

Ich unterſuchte in dieſer Rückſicht die Aſche von der Alpenſimele(Aira alpina) vom Reculey, und fand darin 0,13 Kieſel. Wahrſcheinlic) enthält die Aſche des Humus no< mehr, weil die Kohlenſäure, oder vielmehr das Waſſer, den fein zertheilten Kalk ent- fernt, und den Kieſel, ſeiner Natur nach, zurückläßt. Man kann alſo die Vegetabilien, beſonders die wei- <hen und ſchwammigen, als Seihwerkzeuge betrachten, die den mit dem Waſſer mechaniſch verbundenen Zie- ſel, durch die Wurzeln aufnehmen. Die Pflanzen fköne nen daher durch ihre Zerſezung, nach und nach Kieſel auf ihrem Boden anhäufen, ohne an der Bildung dieſer Erde den geringſten Antheil zu haben. Pflan- zen, deren Organiſation feſter iſt, enthalten weniger Kieſel, als ihre Pflanzenerde. Daraus folgt, daß die Pflanzenerde etwas Kieſel enthalten könne, ohne daß ſich in den Vegetabilien felbſt auch nur die geringſte Spur davon vorfinde. Dieſe Verſchiedenheit bemerkt man aber nicht bei Pflanzen, die den Kieſel leichter aufzuz nehmen fähig ſind.

5. 37. Hiemit beendige ich meine vergleichenden Unterſuchungen über die Kalk- und Granitpflanzen. I< habe zwar viele und mühſame Verſuche angeſtellt, ſie ſind aber immer noch unvollſtändig, und nur eine große Reihe neuer Verſuche, kann ihnen einigen Werth geben. Die vereinigten Kräfte mehrerer Naturforſcher und Chemiker werden allein unſern jelzigen Kenntniſs ſen über dieſen Gegenſtand, den höchſten Grad der Vollkommenheit geben können. Die Anwendung die- ſer Unterſuchungen auf Geologie, AFerbau und Künſte übergehe ich mit Stillſchweigen«