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ſe Vorſicht würden die Pflanzen leiden, ſich zerſeen, und man würde in ihrer Atmoſphäre eine größere Menge kohlenſaures Gas finden, als außer dem.
Die Bildung des Zuckers in dem Saamen, verms- ge der Einwirkung des fremden Sauerſtoffgaſes, iſt ei- ne ſehr auffallende Erſcheinung, die ich nicht zu ertiäo ren wage. I< bemerke nur, daß aus den eben 1anges
führten Verfüchen ſich folgende Schlüſſe ergeben,
1. Das atmoſphäriſche Sauerſtoffgas wird wäh rend des Keimens nicht von dem Saamen verſchlut, wie man es bisher anzunehmen ſchien, ſondern es wird lediglich zur Bildung- des kohlenſauren Gaſes mit dem Kohlenſtoffe der Saamen verwendet.
2. Der keimende Saame bildet, in Berührung mit der atmoſphäriſchen Luft, nicht aus ſeiner eignen Subſtanz das kohlenſaure Gas, ſondern er liefert nur einen Deſtandtheil deſſelben, nemlich den Kohlenſtoff. Aus ſeiner eignen Subſtanz kommen aber der Sauero- und Kohlenſtoff in demjenigen kohlenſauren Gas, welches ſich dann erzeugt, wenn der Saame nur mit dem Waſſer und dem reinen Salpeterſtoffgas in Berührung iſt*),
„) Anmerkung. Aus den Reſultaten dieſer Verſuche ge? het in jedem Fall hervor, daß während dem Keimen der meiſten Saamen, Sauerſtoff verſchluEt wird, und daß ſolcher als ein ganz vorzügliches Beförderungsmitrel der Vegetation anerkannt werden muß. Es entſtehet alſo die Frage, wie und auf welche Art kann man den auszuſäen- den Saamen, vorzüglich den Getreidearten/ eine größere Menge SauerſioF mittheilen, als ſolche gewöhnlich aus


