werde, daß davon, wenigſtens von der Haltung der reinen Brache, nicht abge- wichen werden dürfe; zu welchem Ende er der. Meinung iſt, daß bei den Ver- koppelungen dergleichen Wirthſchaftspläne im voraus berü&ſichtigt und daß die ſchon ausgeführten Verkoppelungen, wo ſolches nicht geſchehen, forderſamſt in der Art wieder umgearbeitet werden müſſen, daß dadurch ein angemeſſener
Wirthſchaftsplan ausführbar werde. Die
Abhandlung ſelbſt iſt in einer dem Land- manne faßlichen Sprache geſchrieben und an die Landleute gerichtet.
Die Vorſchläge reduciren ſic) im Weſent- lichen auf drei Regeln:
1) den im Aer ſchon befindlichen Wucher- blumen-Samen zum Auflaufen zu bringen und die jungen Pflanzen zu zerſtören:
9) keinen neuen Wucherblumen- Samen mit dem Getreide-Samen wieder in das Land zu bringen z
3) eine ſol<e Einrichtung zu treffen, daß auc< nicht mit dem Dünger keimfähiger Wucerblumen-Samen dem Lande wieder zugeführt werde.
Aq 1 wird ſodann Seite 50 die Haltung reiner Brache empfohlen, und die Bearbeitung der Brache, welche der Verfaſſer von Seite 50 bis 62 vorſchreibt, iſt zuverläſſig eben ſo angemeſſen zur Vertilgung der Wucherblumen, als zwe>mäßig für die Cultur des Akers.
Indem der Verfaſſer aber mit Recht über- zeugt iſt, daß durch“ die ſorgfältigſte Brachung während eines Sommers do nicht aller im Lande befindlicher Samen vernichtet werden könne, ſchlägt er ferner(Seite 64) vor, ent- weder das Land mit einem nicht allzu kalk- reichen Thonmergel zu befahren, oder(Seite 66), wo ſol<her nicht zu haben ſey, die reine Brache zwei Jahre hinter einander fortzufeßen. Um aber da, wo das Land in drei Feldern liege, bei zweijähriger Brache do< nicht mehr als ein Feld oder+ des Ganzen dem Kornbau
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zu entziehen, ſolle jedes Feld in zwei Theile getheilt werden, ſo daß mit der Hälfte des x die reine Brache angefangen und, während ſolche in dieſer das zweite Jahr fortgeſeßt wird, die zweite Hälfte dann auch) zur Brache gezo- gen, au damit dann ſo fortgefahren werde.
Die dabei anzuwendende Fruchtfolge iſt in drei angehängten Tabellen, nämlich für eine dreifeldrige, vierfeldrige und neunfeldrige Wirth- ſchaft, aufgenommen, und ſtimmen ſolche in der Hauptſache mit einander überein. Da die Anwendbarkeit ſolcher Fruchtfolgen in dex Re- gel durch die Localverhältniſſe bedingt wird, ſo geſchieht hier der- Bedenken keine Erwäh- nung, welche dieſer Rotation entgegen zu ſte- hen ſcheinen, ſowohl im Allgemeinen, als in beſonderer Beziehung auf den vorliegenden Zwe, die Vertilgzung der Wucherblumen.
Ad 2 empfiehlt der Verfaſſer Seite 91 ſorgfältige Reinigung der Fruchtſaat,-welche vermittelſt der Siebe. und Staubmühlen nicht ſchwierig iſt.
Schwieriger aber möchte ad 3 es. ſeyn, die Entfernung des Wucherblumen-Samens aus dem Strohe und dem Dünger ſo vollſtändig zu bewirken, wie es der Verfaſſer vorſchreibt ünd erwartet. Er ſeßt dabei voraus, daß der Samen im Dünger, wenn ſolher 5= 6 Fuß hoch aufgeſchi<tet werde und bis zu ſeinem ſpekigen Zuſtände liegen bleibe, die Keimkraft verliere, welchem aber die Erfahrung wider- ſpri<t, da der Wucherblumen- Samen erfah- rungsmäßig ſelbſt in"dem zu Miſtbeeten ver- wandten. Pferdedünger, welcher den höchſten Grad der Hiße annimmt, ſeine Keimkraft nicht verliert.
Um in jedem Falle mit dem Dünger keinen Wucherblumen-Samen wieder in das Land zu bringen, ſoll der zuverläſſig davon reine Dün- ger von dem unreinen oder verdächtigen ſorg: fältig getrennt, und der leßtere nur auf'das no<9 nicht gereinigte Land gebra<t werden. Eine ſolc<e Separation würde ſelbſt für grö- ßere Oekonomien, wenn nicht unmöglich, doc<
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