Jahrgang 
1833
Seite
2
Einzelbild herunterladen

weiterer Verunreinigung am ſicherſten vorge- beugt wird. Er proponirt, die Operation in vier Abſchnitten vorzunehmen und in. dieſen ſucceſſiv folgende Rotation einzuführen;

1) Brache mit fünfmaligem Pflügen,

2) Winterfrucht,

3) Klee,

4) Winterfrucht, und dann»no<h einmal den-

ſelben Turnus.

Das während dieſer Zeit fehlende Sommexr- getreide ſoll gekauft werden.

B. Strenge Vorſiht, den im Stroh be- befindlichen Wucherblumen?Samen zu entfernen und nicht in den Dünger gerathen zu laſſen.

C. Anwendung anderer Düngungsmittel, welche die Vegetation des Getreides befördern und den Wucherblumen entgegen ſind, als:

ungelöſchter Kalk, Mergel und Pottaſche.

D. Möglichſt gute Cultur des Landes im Allgemeinen.

Der Verfaſſer gedenkt Seite 40 bei jener Rotation der kleineren Landbeſißer, welchen die Beſömmerung ihrer Brache mit Flachs und Kartoffeln 2c. unter Anwendung des- tens nicht zu verſagen ſeyn dürfte, und macht Seite 41 auf einen praktiſchen Handgriff auf- merkſam, der empfehlenswerth ſcheint, nämlich) daß das Sommergetreide. von unreinem Lande hinter der Senſe her gebunden und auf dem Mittelrüen aufgeſtieget werde, um zu ver- hüten, daß die Wucherblumen in den Schwaden den Samen nachreifen- laſſen und über die ganze Fläche des Landes verſtreuen.- Dabei wird das Ausjäten als unerläßlih zur Voll- endung der Reinigung angerathen.

Hiernächſt ſind noh anderweite Erfahrun- gen aus Schriftſtellern angeführt, und iſt außer- dem'auf die Beiſpiele von den Aemtern Herz- berg und Ilfeld, ſo wie auf die büFeburgſchen Verordnungen, Bezug genommen.

Wenn«gleich die in Frage befangene Ab- handlung manchen guten praktiſchen Rath für

+

die Behandlung der Brache und des inficirten AFers überhaupt ergiebt, ſo enthält ſie doch etwas Neues eigentlich nicht; die vorgeſchlagene Fruchtfolge aber zeigt, daß der Verfaſſer ſich nur an gewiſſe Localverhältniſſe gehalten hat, da dieſe vierjährige Rotation an allen den- jenigen Orten unausführbar iſt, woſelbſt eine feſte Dreifelderwirthſc<haft beſteht; da nicht aller Orten rother Klee in die Fruchtfolge auf- genommen werden kann, und da endlich wohl ein einzelner Gutsbeſißer, nicht aber eine ganze Dorfſchaft wegen der nach dieſer Fruchtfolge fehlenden Sommer- und Schotenfrüchte, auf deren Ankauf verwieſen werden kann.

Der Aufſaßz'sub lit. b. hat unverkennbar einen wiſſenſchaftlich und theoretiſch gebildeten Landwirth zum Verfaſſer, wogegen derſelbe praktiſc) den AEerbau nur in ſolchen Gegenden zu kennen ſcheint, woſelbſt eine regelmäßige Schlagwirthſc<aft getrieben wird und dem Landmanne durc Weide- und Zehntgerechtſame die Hände nicht gebunden ſind, weßhalb ſeine Vorſchläge für die oberen Landestheile als ausführbar ſic) wohl nicht darſtellen. Der Abhandlung iſt von Seite 1 bis 43 eine Vor- rede vorausgeſchi>t, deren weſentlicher Junhalt eine Erörterung der VWVortheile der reinen Brache iſt.

Der Verfaſſer beklagt inſonderheit:

4) Seite 20: daß unſere Bauernwirthſchaf- ten nicht auf einer ſyſtematiſchen. plan- mäßigen Eintheilung beruhen, ohne welche eine vollſtändige Bearbeitung der Brache nicht thunlich ſey z

2) aber Seite 26: daß es unſeren Land- leufen an der Neigung und an der Kennk- niß fehle, eine zwe>mäßige ſyſtematiſche Wirthſchaft einzuführen. Er hält. es da- her für nothwendig(Seite 41), daß bei Gemeinheitstheilungen und Verkoppelun- gen eine angemeſſene, auf Haltung reiner Brache baſirte, Feldeintheilung nebſt ei- nem Wirthſchaftsplane für jeden einzelnen Hof in dem Maße zum Grunde gelegt