8 Bericht von Härriſons Berſuche,
deswegen eingeſeßt, ſind, und jede Minute, einmal in der zweyten, zweymal aber in der dritten, aufgezogen werden. Solchergeſtalt beſtand das Uhrwerk, das in der andern Maſchine. die Zeit meſſen ſollte, aus zwey Rädern, und eben daſſelbe hatte in der dritten Maſchine nur ein einziges Rad. Alle die übrigen Räder dienten zum Aufziehen der Ringfedern, welches unmittelbar die Bewegung oder Um- lauf des Hauptwerks bewerkſtelligte; daher konnte alle Friction und ungleiche Bewegung bey dieſem Rade keine Wirkung auf: den Regulator, oder das Hauptwerk thun. In der dritten oder leßten' Maſchine braucht Zarriſon ein Schwungrad ſtatt der Balanceſtangen, und eine einzige Spiralfeder ſtatt der vier Ringfedern. Die Spiral in der Wärme zu ſpannen, und in der Kälte nachzulaſſen, dient ein metallenes Thermometer, das aus zwo an den Enden wohl zuſammengefügten metallenen Leiſten, einer meſſinge- nen und einer ſtählernen, beſteht. Dieſe Thermometerleiſten werden, wenn ſich das Metall von der Wärme ausdehnt, convex, und-erheben oder ſpannen die Feder 3 in der Kälte aber werden die Leiſten hohl, und geſtatten der Feder, ſich zu ſenken, und ſoviel nöthig iſt, nachzulaſſen. Alle dieſe Kunſtgriffe veranlaßten vorerwähnte Herren, zu bezeugen, daß Harriſons Seeuhr im damaligen Zuſtande von einem unvergleichlichen Nußen zu Erfindung der Länge auf der See ſey, und ſie empfohlen ihn deswegen der“ Commiſſion wegen der Länge, mit der Verſicherung, daß er alle nöthi- ge Aufmunterung zu Vollendung der- dritten Uhr ungemein verdiene.
Den Zoſten Nov. 1749 ſollte, nach der jährlichen Ge- wohnheit der Soc. der Wiſſenſchaften zu London, die gol- dene Medaille, Lord Copleys Teſtamente gemäß, dem- jenigen zugeſprochen werden, der dieſes Jahr die wichtig. ſte Erfindung gemacht hätte, und wie der Ausſchuß der Geſellſchaft den Harriſon dafür erklärt hatte, ſo ward es ſelbigen Tag in der Verſammlung der Societät von ihrem
Präſidenten, Herrn Folkes, angekündigt. Auf der Med j daille


