Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1763
Seite
350
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350 Elektriſche Verſuche,

ſo findet ſich gleichfalls das veibende bejaht, und das ge- riebene verneint. Manchmal gelingt es auch von U1ng2- fähr, einen ſolchen Grad der Wärme zu geben, wodurch des Reibens gewöhnliche Wirkung, die elektriſche Kraft zu erregen, ausbleibt, und eine Art Gleichgewicht entſteht. Wärmt man beyde Bänder gleich viel, ſo entſieht eben der Erfolg, als wenn es nicht geſchähe.

20. Hieraus folget nun deutlich, daß die PO3rme zu einem verneinten Zuſtande geſchickt macht, ja wirklich oft ausrichtet, daß der Körper, welcher ſonſt bejaht geweſen wäre, verneint wird;. wenn ein gewiſſer Grad von ihr mitgetheilt wird, welches nur! durch Verſuche muß gefune- den werden, ſo lange ein Thermometer für feſte Körper unbefannt iſt. Aus dem zehnten Verſuche erhellet gleich» wohl, daß die Wärme nicht allezeit zulänglich iſt, Die Erfahrung weiſet, wenn die Natur, Flächen, das Reibungs- feld, u. ſ- w. alles" einerley ſind, durch ihr Aneinanderrei- ben, ſchwerlich einige Eleftricität entſtehet, und vermuth- lich nie eine entſtehen würde,'wenn die Umſtände vollfom« men auf beyden Seiten gleich könnten gemacht werden, Solchergeſtalt wird ein gewiſſer Unterſcheid erfordert, wenn eine ſtarfe Kraft entſtehen ſoll. Iſt nun derſelbe etwas merklich, ſo fann ihn die Wärme wohl nicht vollig über- winden, doch muß, ſie, nac) Anleitung unſerer Verſuche allezeit die erregte Kraft ſchwächen.

21. Nach Anleitung dieſes laſſen ſich Begebenheiten erklären, die ſonſt ſchwer zu begreifen fallen würden. Wir finden täglich, daß, wenn die Elektriſirkugel warm wird, ſie nicht weiter ſo ſiarke Rraft von ſich giebt als zuvor. Dieſes ſtimmt mit dem, was vorhin ange- führt iſt, denn wenn die Kugel, welche beym Reiben be- jaht wird, einen gewiſſen Grad Wärme mehr bekfömmt, als der reibende Körper, ſo wird ſie dadurch mehr zu einem

ver.