10 Von Maſchinen, die Luft auf Schiffen
weil ſie einhellig gewünſchet» haben, daß beſſere Vervichtun- gen zum Wetterwechſel erfunden würden, und weil auf neue Erfindungen darintien von den handelnden Völkern und den Seemächten Belohnungen ſind geſeßet worden. Nach langer und vergeblicher Erwartung ſah man in kurzer Zeit vier ſolche Erfindungen.
Deſaculiers zeigte 1734 der königl. engliſchen Geſell» ſchaft eine Maſchine, den Wetterwechſel in Hoſpitälern und Krankenhäuſern zu erhalten, die ſich auch in Ermangelung
einer beſſern auf Schiffen gebrauchen ließ. Dieſe Verbeſ-
ſerung durch die ſo genannten heßiſchen Blasbälge iſt in den Abhandiungen der erwähnten Geſellſchaft für das Jahr 1735 beſchrieben, und kann mit geringer Kraft die Luft in eine ſtarke Bewegung ſeßen, und durch Röhren aus einem Zimmer in'ein anderes treiben. Jh will mich aber damit nicht aufhalten, weil ſie auf Schiffen weniger vortheilhaft iſt, als die folgende.
Im Jahre 1741 wurden zwo neue und vortheilhafte Erfindungen übergeben„die einander ſo ähnlich waren, daß man ſie faſt für eine anſehen konnte, Ihre Erfinder waren,
. der in ſeinem Leben berühmte Hauptmann Triewald, und das geſchickte Mitglied der königl. engliſchen Geſellſchaft, Dr. Hales. Sie bemerketen ſelbſt dieſe Aehnlichfeit, und machten einander die Ehre der Erfindung ſtreitig. Trie? wald zeigete ſeine Maſchine zum Wetterwechſel im Se- ptember 1741, erhielt das königliche Privilegium zu ihrer Verfertigung im October, und hatte ſchon vor Ablaufe des Jahres einen Bericht von ihrem Gebrauche und Nußen dru&en laſſen. Man ſtellte Verſuche damit auf der könig- lichen Kriegsflotte das nächſte Jahr an, mit dem Bor- theile, daß nicht nur ſogleich der größte Theil der königlich ſchwediſchen Kriegsſchiffe damit, auf königlichen Befehl, verſehen wurden, ſondern daß man auch eben das Jahr
"einige nach Frankreich beſtellte."Der Erfinder erhielt ſowol von der königlich ſchwediſchen, als franzöſiſchen Regierung
anſehnliche Belohnyngen«,.
Hales


