290 Urſachen der Fieber, und ihre
Sclagaderhaut herrühre, wovon es erreget werde 3. ſie ge- ben auch nicht die geringſte Muthmaßung, daß die Feuch- tigkeiten im Magen und in den Gedärmen ſauer würden, und ſolchergeſtalt das Fieber erregten, vielweniger, daß eine Gährung der Galle und des Kröedrüſenſaftes, Fieber verur- ſache. Auch veranlaſſen ſie mich gar nicht, zu glauben, daß das Fieber von unverdaueten Speiſen im Magen'und Ge- därmen Herrühre, aus denen das unverdauliche Woſen in das Blut dringe, und ſolchergeſtalt das Fieber verurſache: denn dieſe und ähnliche Urſachen ſehe ich nur als behülflich an, wenn der Grund ſchon gelegt iſt. Ja ich kann auch denen nicht Beyfall geben, welche den Grund aller Fieber in einer Art Zähigkeit des Blutes ſuchen, u. ſ. w. Die angeführten Erfahrungen ſcheinen nur zu zeigen, daß Herumgehende und Landfieber eine Flußkrankheit(Morbus catharrhalis), und eine Art Flußfieber fo viel Yehnliches Haben.
S. 8- Slußfieber nämlich nennt man ſolche, die ſich mit Schnupfen, Steife des Halſes, zuweilen mit Schmerzen in den Ohren und Zähnen, auch mit Huſtenanfangen, worauf nach einiger Zeit Gähnen, Dehnen und Reißen folget, wel- c<es alles endlich vergeht, wenn Hiße mit ſchnellem Pulſe an deſſen Stelle kömmt. Hier iſt kein Schweiß mit einer vollfommenen Apyrerie, wie bey kalten Fiebern, ſondern das Fieber geht beſtändig in einem fort, bis eine beſondere Criſis alles zuſammen endiget, mit dem Umſtande, daß das Fieber Vormittags gelinde iſt, und allezeit gegen Abend heftiger wird. So verhält ſich ein Flußfieber überhaupt. Doch fann ich nicht läaugnen, daß ſich in dieſen allen eine große Verſchiedenheit befindet. Man hat hier zuweilen Flußfieber, die im Anfange nachlaſſen, und ſich vollkommen, wie das kalte Fieber verhalten, das den andern Tag allezeit wieder kömmt, bis ſie ihre größteHöhe erreichet haben. Eben ſo verhält es ſich auch zuweilen mit falten Fiebern, doch auf
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