236* Beſchreibung des Kirchſpiels
ches mit Fiſchen, die ſie in Städten und auf dem Lande ver« Faufen.. Kein Ort iſt an Handwerkern wohl reicher, als dieſer. Es ſind entweder Häusler, Reuter, oder Soldaten; denn von den neun Kirchſpielhandwerkern rede ich hier nicht, tan findet hier Stuhlmacher, Rademacher, Tiſcher, Bött.- <er, Schmiede, Leinweber. Die beſten Korbbetten und Poſtwagenkörbe werden hier geflochten; ſie troßen an Stär» fe und Feſtigkeit Betten und Wagenkaſten, die von Bre» tern gemacht ſind. Es iſt zwar beſchwerlich, ſo oft wegen Beſtellung der Arbeit angefangen zu werden, aber es kömmt doc hiedurc< viel Geld in das Kirchſpiel.
Die Weibesperſonen können faſt überall ſpinnen, und weben ihre alltäglichen Kleider 3 aber die Feſtkleider kaufen ſie, denn dieſe Bauern gehen gern gepußt und nett, ob ſie gleich in der Tracht von andern Bauern dieſes Lehns nicht unterſchieden ſind. Die Bewohner der Berge ſind alle in keder gekleidet, und haben runde Schuh mit dien Birken- ſoplen, die am dauerhafreſten ſind, damit auf Bergen und Steinen zu wandern.
S. 11, Von herrſchaftlichen Gütern im Rirchſpiele.
Zuerſt nennet man hier billig den ſtiernarpiſchen Siß, der gräflichen douglaßiſchen Familie Stammgut, das ißo vom Generalmajor und Ritter, Graf Wulhelm Dou glas, bewohner wird. Dieſer herrſchaftliche Siß liegt prächtig am weſtlichen Ufer der Rorenſee, iſt ſehr groß und koſtbar von Steinen erbauet, ſo daß man ihn auf der andern Seite der See, zwo bis drey Meilen weit mit ſeinen hohen Mauern und Thürmen hervorragen ſieht. Das Schloß ſelbſt iſt ſehr groß, ſieben Stockwerke hoch, mit einem Thurme an der weſtlichen Seite und einem Altane auf dem Dache. Nordwärts iſt ein von Stein aufgeführtes Flügel- gebäude, ſo räumlich, daß die Herrſchaft mit ihrem Ge- ſinde
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