Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1755
Seite
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Waſſers

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im atlantiſchen Meere. 45

CG. 34. Noch iſt zu erklären übrig, warum der Strom an beyden Enden der Straße von Gibraltar nicht allezeit in das mittelländiſche Meer hinein geht, wie mitten in der Enge, ſondern ſich nac der Ebbe und Fluch richter, und folglich zweymal des Tages zurücfe" geht, wie wir im 2 6. berichtet haben. Die Seefahrer, welche aus vem mittels ländiſchen Meere heraus wollen, päegen die Zeit zu beob- achten, wenn der Strom hinausgeht, und haiten ſich gemei- niglich an die africaniſche Küſte, theils weil ſie dadurch ges ringerer Gefahr ausgeſyßer ſind, auf Untiefen und Klippent zu kommen, theils auc), weil Cbbe und Fluh daſelbſt viel ſtärker ſind, als an den ſpaniſchen Küſten. Dieſe Seitens ſtröme weiſen die Möglichkeit, daß in einerley Waſſercanale verſchiedene Strome neben einander, unter und wider eins ander gehen können.

S. 35- Wenn zweene Waſſertropſen einander berühren, ſo gehen ſie nach den Geſeßen des Anziehens und Zuſammens hangs zuſammen, und vereinigen ſich. Jſt ein Tropfen merklich größer und: in Bewegung geſeßet, ſo zieht er den Fleinern mit fich, Ein Strom iſt nichts anders, als eine Menge zufammenhängender und in Bewegung geſeßter Waſ- ſertropfen: daher zieht er etwas von dem Waſſer mit ſich, das er an den Seiten berühret. Hievon überzeuget uns fols gender Verſuch: Man mache ein kleines Loch in den Bos den eines Beſäßes, und ſteckte eine hohle Röhre in einer ſols <en Stellung hinein, daß das Waſſer durch einen Druck durch die Röhre hineingeſprißet, nicht in das Gefäße zurücke fällt, ſondern über den einen Rand hinüber ſprüßet. Wenn das Waſſer ſolchergeſtalt ſprüßer, gieße man anderes Waſſer beſtändig in das Gefäße hinein, ſo, daß es ein wenig über der Mündung der Röhre ſteht, ſo führet der ſpringende Waſſerſtrahl allezeit etwas aus dem Gefäße mit ſich, derge- ſtalt, daß das Gefäße nicht voller wird, wenn man auch gleich neues Waſſer in einer gewiſſen Verhältniß beſtändig zugießt.

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