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im atlantiſchen Meere. 43
das Sieden aufgienge. Für mich iſt genug, wenn man nur das einräaumet, daß das Eiswaſſer nicht ſo ſalzicht iſt, als das Waſſer, aus welchem es gefroren iſt, daß das Cis hö- her und leichter in Salzwaſſer als in ſüßem Waſſer ſchwimmt: daß das Eiswaſſer an den Polen oben auf über dem ſalzich- ten ſchwimmt, ohne ſich leicht mit ſelbigem zu vermengen, Jh habe durch Erfahrung gefunden, daß geſchmelztes Eis. waſſer in einem Gefäße eine lange Zeit oben auf dem Sals- waſſer geſtanden ijt, wie ein Fett zu thun pfleget, und es war nachgehends, als man das geſälzene abgezapfet hatte, faſt noch ſo ſüße, als wie es aus dem Eiſe kam.
9. 31. Weil alſo das Eis leichter aaf dem ſalzigten Seewaſſer ſchwimmt, als auf dem ſüßen, ſv kann dieſes Eis deſto eher eine Menge Schnee, Regen und Dünſte, welche zur Winterszeit darauf fallen, auffangen und behalten. Wenn Wind und Regen dazu kommen, welche ein Stück Eis über das andere ſchieben, ſo iſt es nicht zu bewundern, daß große Eisberge entſtehen, die nach des Ricciolus Be- richte( Geogr. Ret. L. X. c. 3.) einige hundert italiäni« ſche Meilen in die Länge halten, und einige hundert Fuß hoch
ſind, auch vielleicht eben ſo tief unter die Waſſerfläche gehen.
Wenn dieſe Eisberge ſchmelzen, wird eine Menge ſüßes Waſſer daraus, das ſich mit dein ſalzihten nicht vermenget, ſondern oben auf demſelben ſteht. An die Pole kann es nicht fommen, weil daſelbſt noh mehr Eis und ſüßes Waſſer iſt, als ſuchet es deſtomehr ſeinen Ablauf nach Süden, wo das Waſſer ſalzichter und alſo niedriger iſt,
S. 32. Betrachtet man nun noch dabey, wie die Aus- dünſtung in dem warmen ſüdlichen Erdſtriche kälter iſt, als in den nähern bey den Polen, ſo iſt es ſo viel, als wenn daſelbſt beſtändig eine Menge ſüßen Waſſers weggenommen würde, wovon das übrige ſalzichter wird, ſinkt und ſich am Boden ausbreitet, und das Meer niedriger machet. Das Eiswaſ- ſer von dem nordlichern und höhern Meere bekömmt als« denn freyen Plaß bey der Waſſerläche in das ſüdliche Meer Hinein zu fallen, um deſſelben Abgang durch die Ausdün«
ſiung


