Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1755
Seite
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unten an der Thürſchwelle aus dem kalten Zimmer in das warme geht, und zu eben der Zeit die Wärme obern an! der Thüre, aus dem warmen in das kalte dringt. Die war- Mme Suft, welche hinaus geht, wird bald kalt; aber in den warmen Zimmer erhält ſich die Wärme durch das Einhei» zen, dadurch bleibt die warme Luſt gleichſam in einem be- ſtändigen Umlaufe aus vem warmen Zimmer durch den obern Theil ver Thüre in das kalte, und wieder aus dieſem näher bey der Schwelle in das warme, bis die Luft in bey» den Zimmern gleich warm, und folglich gleich ſchwer iſt,

6. 28. Befindet ſich ein warmes Zimmer auf jeder Seite eines großen kalten Zimmers, ſo ereignet ſich dieſes än beyden Thüren, daß die kalte Luft unten herzudringt, und die warme oben zu den Thüren hinausgeht. Daraus läßt ſich erflären, was der Graf TIarſialt(9, 2x.) von den Strömen in der Enge bey Conſtantinopel berichtet, wo das ſalzichte Waſſer des mittelländiſchen Meeres, unten am Boden in das ſchwarze Meer rinnt, daſelbſt mit ſüßerm von Den vielen hineinfallenden Flüſſen verdünnet wird, und nach- gehends wieder durch eben die Enge oben über das geſalze- ne Waſſer wieder in die mittelländiſche See fließt, vollkom-

'men auf die Art, wie es ſich in der Straße von Gibraitar

ereignet. Die Ströine ſind bey Conſtantinopel ſtärfer, als bey Gibraltar, weil der Unterſchied zwiſchen der Salzigkeit Des ein- und ausgehenden Waſſers, dorten ſtärker iſt, als hier, denn Ttarſigli fand, daß ſich die Schwere des Waſ«- ſers in der Tiefe zur Schwere des obenſtehenden verhielte, wie 72 2 62, aber in der ſpaniſchen Meerenge iſt der Untex- ſchied nicht ſo merklich.

FS. 29. Man kann gegen dieſe Theorie mit vieler Wahr« ſcheinlichfeit einwenden, das atlantiſche Meer liege in einer- ley Erdſtriehe mit dem mittelländiſchen, folglich müßte bey- der Ausdünſtung gleich ſtark, und alſo ihr Waſſer gleich ſchwer ſeyn, beſonders, wenn man in Erwägung zieht, daß

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