Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1753
Seite
6
Einzelbild herunterladen

6 Hiſtorie vom Scheiden.

der von kleinern Dingen viel ſorgfältiger redet, nicht hätte vorbey gehen können, wenn zu den damaligen Zeiten der- gleichen Vorſichrigkeir zu gebrauchen bekannt geweſen wäre.

Erker beſchreibt die Zubereitung des Scheidewaſſers ſchr vollfFommen, ausgenommen den Umweg mit Kalke, welcher nichts rauget, weil er die Säure in ſich zieht und zurüce hält, ſv, daß man einen großen Theil Scheidewaſ- ſer vergebens erwartet; am allervollkommenſten aber redet Zoerhaave davon, wiewohl er befürchtet, die Vitriolſäure gehe am Ende bey ſtarker Hiße herüber, weiches doch keine Gefahr hat, ſondern der Hauptfehler bey ſchlechtem Schei- dewaſſer iſt unreiner Salpeter, der viel Kochſalz bey ſich Hat, und ſchlecht calcinirter Vitriol, der ſo viel Waſſer bey ſich har, daß er zu ſchwach iſt, die Salpeterſäure fortzu- treiben, da geht denn das Wäſſerichte des Vitriols, mit einem Theile der Vitriolſäure zuerſt über, und bleibt un- ter dem Scheidewaſſer, wodurch ſelbiges untauglich wird, daß es ſo wenig zum Scheiden, als zum Färben zu brauchen iſt, weil die Vitriolſäure im Scheidewaſſer ebenfalls das Zinn niederſchlägt, das den beſtändigen Feuerglanz und die Lebhaftigkeit bey den Farben geben ſoll, dazu Scheidewaſ: ſer gebraucht wird,

Dieſen Fehler begehen die meiſten unſerer ſchwediſchen Scheidewaſſerbrenner; ſie ſuchen ſo viel Waſſer, als ſie kön- nen, mit ſo wenig Mühe, als möglich zu bekommen; aber was es für Waſſer wird, davon verſtehen ſie nichts; dieſes erhellec daraus, weil ſie nicht weniger dabey verlieren, als die Käufer, indem ſie den größten Theil des Salpeters un- nüße verderben, und oft mehr als die Hälfte des rechten Scheidewaſſers im Capite mortuo zurüce laſſen.

Der Unrath(keces) der, wie man insgemein ſagt, mit Silber aus dem Scheidewaſſer gefället wird, iſt nichts an- ders, als das Silber ſelbſt, welches von der Säure des Kochſalzes, das ſich unter dem Salpeter befand, gefället wird, und die Salzſäure mit ſich nimmt, wodurch es zu ei- ner Art von Hornſilber wird, wenn das Scheidewaſſer 0

dieſer

were<zu fi