der Theorie und Practikin der Mechanik. 317
Es iſt bekannt, daß ein Körper, derim Waſſer ſchwimmt, eine Höhlung darinn macht, die größer oder kleiner iſt, nachdem der Körper von ſchwererer oder leichterer Art iſt.
Eben ſd, daß alle feſte Körper einen Mittelpunct ihrer Schwere haben, nämlich einen ſolchen Punct, deſſen Uns terſtüßung verurſacht, daß der Körper vermittelſt ſeiner eis genen Schwere ſich nicht aus dem Stande, in dem er ſich befindet, ſeßen kann; und dieſer Punct bleibt im Körper unverändert, ſo lange er ſeine Geſtalt behält, Die Sta- tif weiſet wie man ihn findet.
Einen ſolchen Punct kann matt ſich ebenfalls in der Höhle einbilden ,- welche der Körper im Waſſer einnimmt, und er iſt von eben der Beſchäſſenheit, nämlich, wie die ganze Schwere des feſten Körpers ſich im Mittelpuncte ſei- ner Schwere vereinigt, die Körper im Waſſer niederzudrü- >en, ſo vereinigt ſich des Waſſers Widerſtand in dieſem - Puncte der Höhle den Körper zu erheben, und kann ſolcher deswegen Centrum leuitatis genannt werden,
Und da die Richtungen dieſer beyden mit einander ſtrei- kenden Wirkungen allezeit ſenkrecht ſind, ſo folgt, daß beyde Mittelpuncte in einer ſenkrechten Linie über. einander ſtehen, und alſo, daß der Mittelpunct die Höhle allezeit ſo hoch als möglich, zu ſteigen, des Körpers ſeiner aber ſo tief als möglich, zu ſinken ſtrebt, Der Schwerpunck des Schif- fes alſo, hängt lothrecht unter dem Schwerpuncte der Waſ- ſerhöhle, wie eine Pendelkugel mit dem Schwerpuncte ſich lothrecht unter den Punct, woran ſie hängt, ſtellet. Wie auch die Pendelkugel hie- und daher kann geführt werden, doch ſo, daß ſie ſelbſt ſtrebt wieder inihr Gleichgewicht zukommen, ſo fann auch das Schiff vom Winde hie- und dahin getrieben
„werden, aber endlich bleibt es bey der IVindſtille ſtehn, und die Mittelpuncte des Schiffs und des Waſſers hängen loth- recht über einander. Da auch-dieſes ein natürlich Gleichge? wicht iſt, ſo ſo!gt, daß des Waſſers, welches von dem Bauche des Schiffs unter dem Waſſer aus ſeiner Stelle
; vertrie-


