Jahrgang 
Abhandlungen ... auf das Jahr 1740
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von Hausinitteln, 7

Arm und Blut daſſelbe beſchüßet 3; und welche deswegen am meiſten gepfleget und am wenigſten aus der Acht gelaſ- ſen werden müſſen.

Es muß denſelben nicht unbekannt ſeyn, daß jährlich, theils bey Veränderung der Luft zur Frühlings- und Herbſt- zeiten, theils auch nach kalten Sommernwenn die Erd- früchte nicht zu ihrer vollkommenen Reife gelanget ſind, fich ſchwere und zehrende Krankheiten im Lande einſchleichen, welche, in Ermangelung derer dawider dienlichen Mittel, leichtlich überhand nehmen, und um ſo viel unheilbarer ſind, je allgemeiner ſie werden.

Solchem unerſeßlichen Verluſte aber einiger maßen vorzufommen, iſt die Akademie geneigt, die hier im kande befindlichen Kräuter, ſo zu ſolchem Endzwee. dienen kön«- nen, nach der Hand nicht allein ſelbſt zu prüfen; ſondern auch von allen Orten des Reiches her, die ſogenannten Hausmittel zu ſammlen, dieſelben zu unterſuchen, und ſo- denn zu jedermanns Nugen an den Tag zu geben.

Solche Hausmittel werden theils zu viel, theils zu un- vorſichtig gebraucht, theils aber auch ohne Urſache verachtet, nicht zwar aus"einer vollkommenen Kenntniß ihrer Eigen- ſchaft und Wirkung, ſondern öfters nur bloß darum, weil das gemeine Volk dieſelben beſißt und ausgiebt,

Es haben zu allen Zeiten Männer gelebet, welche ſich, die: Natur in ihren mannigfaltigen Hervorbringungen zu erfennen und zu erforſchen, bemühet haben 3; weshalben auch dieſe, ſo wohl als wir, allerley nüßliches haben erfinden können: Allein was dieſe ſolchergeſtalt hervorgeſucht und erforſchet, iſt entweder in ihrem Geſchlecht und Heimath geblieben, oder auch aus Unwiſſenheit ganz und gar ver- ſchlimmert worden.

Dergleichen Unwiſſenheit der Urſachen einer ſeltſamen Wirkung, hat auch nachgehends die Arztneymittel ſo wun- derlich gemacht, daß der Gebrauch derſelben auf einen Aber- glauben hinausgelaufen iſt, Daraus vielleicht ein großer Theil der Hexyenmährlein herrühret, welchen in vorigen Zeiten

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