10 Verſuch von Pflanzung der Gewächſe,
ſehen iſt. Wunderwürdiges Kraut! als welches allein hervor hanget, da alle übrige Gewächſe, jedes nach ſeiner Art, entweder gerade aufwärts wachſen oder liegen, oder
auch ſchwimmen. Wer bringet dieſe Frucht ſo wunderbar||
hervor? Wer iſt derjenige, der ihr in ihrem Boden Nah«- rung und Saft ertheilet?: d) Fuci, wachſen in der See auf Steinen oder Muſchels ſchalen; werden aber nicht davon unterhalten.
21. Die Pflanzen(13) ſelbſt, können öfters andere auf ſich zeugen, gleich wie ein Thier zuweilen auf dem an» dern wächſt.-Redi haf ein Buch, de animantibus viven- tbus in animalibus viuis, heraus gegeben: Auf gleiche Meiſe reden wir nun auch von lebenden Kräutern, die aus lebendigen Pflanzen hervorwachſen, dergleichen es ſehr viele giebt, die deswegen Paraſiticae genennet werden, Als
a) Muſci und Alge, Agarici und viel andere vergleichen
wachſen an ben Bäumen,
b) Viſcum Miſtel, wächſt gemeiniglich an großen Bäu- men, und wird bey Königshuts Freygute Städesjord, ſo wohl als in dem Smalandiſchen Bezirke Sunderbo ge funden. Die Alten haben geglaubt, daß dieſes Bgum- gewächſe von ſeinem eigenen Saamen darum nicht fork- fommen könne, weil der Wind die Beeren nicht von eis nem Baume: auf den andern wehen könne, ſondern die- ſelben allemal herunter fielen: weswegen ſie dafür hiel- ten, daß dieſer Auswuchs gleichſam einer Beule ähnlich, und ein unnatürlich Gewächs wäre. Sie beobachteten aber nicht, daß die Vögel die Beeren auffraßen, und derſel? ben Kerne, ohne deren Verzehrung oder Beſchädigung, mit einer zähen Feuchtigkeit wieder von ſich gaben, wo- durch ver Saame anflebete, Daher das Sprichwort entſtanden iſt: Turdus ſbimet ipfi malum cacat. Aus ſol- <en Beeren kann man Vogelleim bereiten, wiewohl man denſelben eben ſo lauter aus meiner ESteineiche(ex)
haben kann, Dieſer alſo verpflanzte Miſtel(Viſcum) wächſet


