4 Verſuch von Pflanzung der Gewächſe,
gewöhnlichſten Küchenkräuter und bekannteſten Blumenge- wächſe erſtre>et, und ihr Augenmerk vornehmlich nur dar- auf abzielet, daß die Gewächſe ſich vervielfältigen, vergröſe ſern und geſchwinde fortfommen; ſo vermag ihre Erfahrung zu dieſem Endzwecke, in Abſicht auf einen botaniſchen Gar- ten, feinesweges eine völlige Gnüge leiſten,
3. Miller(Philip) ein geſchickter Kunſtgärtner in Chelſeagarten bey Londen, hat eine wichtige Materie vor- genommen, als er ſein Dictionarium Hortulanorum 1731 zu kondon in Engliſcher Sprache in Fol. und einen Anhang da- zu 1735, in Dru gab; welches Wörterbuch im Jahre 1735 zu kondon aufs neue in 8vo heraus fam, worin er ſich vorge- ſeßzet, die Pflanzung und Wartung aller Gewächſe zu beſchrei- ben: Wenn& aber auch nur bloß diejenigen vorgenommen Hätte, von denen bereits etwas geſchrieben oder bekannt ge- macht worden, ſo würde ein ganzer Foliant, ja kaum zehen, zu ſolcher Abſicht nicht zugereichet haben; ſolchergeſtalt aber würde die Lehre von der Gärtnerkunſt unendlich werden.
4. Gärtnerbücher, und unter dieſen ſo wenig Mil- lers(3) als aller andern(2) ihre zuſammengenommen, ſind ebenfalls nicht hinlänglich z denn
a) ſind die meiſten nach einer andern Himmelsgegendals, der- jenigen, die wir bewohnen, eingerichtet. Laurier", Ros- marin und Feigen ſtehen bey ihnen den ganzen Winter in der freyen Luft, welche doch bey uns vor dem Nacht» Froſte wohl bedecet ſeyn wollen,
b)-Kommen viele Gewächſe vor, die von ihnen(2, 3.) gar
nicht genennet werden...
c) Weiß man nicht, ob ihre Lehre ſv gründlich iſt, daß man darauf bauen könne, indem ſie ſich auf keine andere Grund- feſte als eine bloße(Empirie) Erfahrung, oder ungewiſſe Meynungen ſtüzet. Eine ſolche Kenntniß iſt jawohl dun-
- fel, die feinen Grund hat; und der iſt unglücklich), der ſich von Blinden leiten laſſen muß.
5. Verſuche undlangwierige Erfahrung ſind an ſich j ſelbſt


