Jahrgang 
Abhandlungen ... auf die Jahre 1739 und 1740
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Vorrede

daran ſelbſt ſchuld. Sie haben ſich beſtrebt, daß ihre Wiſſenſchaft durch ein prächtiges Aeußere. die Augen derer auf ſich ziehen möchte, die ſonſt ihre Blicke ſchwerlich auf die Betrachtung der Natur würden gerichtet haben. So vernünftig dieſes iſt, ſo wenig darf man dabey vergeſſen, daß der wichtig- ſte Theil der Naturlehre, ich verſtehe darunter, was uns die meiſten neuen Wahrheiten und die brauch- barſten Lehren entdeckt, nicht allemal derjenige iſt, der am meiſten in.die Augen fällt.

Den Druck der Luft durch einen Verſuch zu zei- gen, der recht viel Lärmen und Aufſehen machte, war nichts dienlicher, als die Halbkugeln, die Guericke mit Pferden von einander reißen ließ; aber wie we- nig Vergnügung kann dieſes Getümmel einem Phi- loſophen- geben, der die Stärke dieſes Drucks mit bekannten Gewichten ausmeſſen will? Dieſem iſt zu ſeiner Abſicht eine ganz andere Zurüſtung nd- thig, wobey man weniger zu ſehen, aber mehr zu denken hat. Wer ſieht in einem Inſectencabinette unſere einheimiſchen Schmetterlinge an, wenn ihn die Größe und der Pracht der gusländiſchen gerührt hat? Niemand, der es nur mit gemeiner Neugier betrachtet. Aber für die Neugier eines Philoſophen iſt ein ſchlechter Sommervogel, von dem er die Rau- pe, die Verwandlungshülſe, und gewiſſe Merkwür- digkeiten bey der LebenSart dieſes Geſchöpfes in ſei- nen verſchiedenen Umſtänden hat beobachten können,

wich-