Jahrgang 
Zweiter Band: 1788
Seite
10
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10 1. Schreiben, über ſichere Verfeinerung

70. Das feine Schafvieh, nemlich die Mutter? ſchafe und die Böe, welche 1765 aus Spanien nach Sachſen gebracht worden ſind, haben wohl keine größere Beränderung in der Witterung und in der Nahrung er: fähren können, als ſie würklich durch die Verſeßung er? fahren haben. In Spanien hatte dieſes Vieh keinen ei: gentlichen Winter empfunden, es hatte niemals tro>nes Stroh und Heu gefreſſen,ſondern beſtändig grüne Wei- de genoſſen. Ohngeachtet dieſer Veränderung, blieb die Wolle, welche ſie mit nach Deutſchland brachten, mit der Wolle, die ſie nach ſechs bis acht Jahren trugen, völlig gleich in der Feinheit der Haare.

11. Die Nachkommenſchaft dieſer ſpaniſchen Schät ferey,(0 mit einheimiſchem Schafviehe gar nicht iſt vermenget worden, träget nach'15 bis 20 Jahren Wols le, die derjenigen völlig gleich iſt, welche ihre Vorfahren aus Spanien, auf dem Leibe mitgebracht haben,

12. Als 1778 zum zweytenmal eine Heerde feiner Schafe und>e aus Spanien nach Sachſen geſchafs fet, und die Wolle, welche dieſe Schafe und Böcke auf dem Leibe mitbrachten, mit der Wolle verglichen wurde, welche die Nachkommenſchaft des erſten Transports von 1765 zu der Zeit, nemlich. 1778, trug3 ſv fand ſich, daß dieſe Wolle jener, ganz gleich in Güte und Feine, und weder durch das Clima noch durch das Futter oder Nahe

rung verändert worden ſey, 13. Die