12 II. Th. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln,
§. 7.
Nun wird in beyden Stoͤßen ein Tragſtempel k. Fig. VI. a. und b. geleget. Dieſe muͤſſen accurat 3 Lachter im Schacht von einander liegen, und zwar vom Tage ein nach dem Loth, daß die Ruͤndung der Tragſtempel mit der Ruͤndung der Ruͤſtbaͤume in gerader Linie und winkelrecht liegen. Daher wird an beyden Stoͤßen das Loth an den Ruͤſtbaum gehalten, und im Schacht niedergelaſſen, um zu beſtimmen, wie weit die Tragſtempel herein liegen muͤſſen.
Die Tragſtempel zu legen, wird im Liegenden unter den 16 ſchuhigten Pfaͤh⸗ len? Lachter genommen, und von da hinauf ins Geſtein, wenn es feſte iſt, ein Buͤhnloch, das iſt, ein viereckigtes 4 Lachter hohes, 3 Spann oder 30 Zoll tiefes, und ſo weites Loch, als es des Trageſtempels Breite erfordert, gehauen. Iſt es
aber los Gebuͤrge, ſo wird ein Stuͤck 6 ſpaͤnniges 1½ Lachter langes Holz auf
die Sohle des Gebuͤrges aufgeſetzet, und in daſſelbe ein Buͤhnloch, etwa 16 Zoll, nachdem das Holz iſt, breit gemacht, mit einem Zapfenloch. Darein wird der Tragſtempel am kleinen Ende mit einem Zapfen enrefaſſer Am Hangenden wird eine I Lachter lange Schale, das iſt, geſpaltenes Schachtholz, oder Anpfahl, den in der Fig. VI. die Linie l. vorſtellet, geſetzet. Dazu wird eine etwa 6 Zoll tiefe Bruſt gehauen, darein man die Schale mit dem breiten Ende ſo ſetzet, daß ihre Ruͤnde den Pfaͤhlen gleich kommt. Gegen dieſe halbe Schale oder Anpfahl wird der Kopf des Tragſtempels, oder das ſtaͤrkere nach der Schar, das iſt, nach Erfoderung der Ruͤnde der Schalen geſchnittene Ende mit einem Stempelfaͤuſtel
niedergetrieben, daß er etwa Lachter unter den Pfaͤhlen zu liegen kommt. Auf
dieſen beyden Tragſtempeln ruhet das ganze Schachtgezimmer. In manchen Schaͤchten, wo ſchneidig Gebuͤrge iſt, werden drey Tragſtempel geleget, einer in jedem Stoß, und der dritte unter dem mittelſten Ruͤſtbaum, oder zwiſchen dem Fahr⸗ und Treibſchacht. b 8
Zwiſchen die beyden Tragſtempel wird im Hangenden und Liegenden ein Joch geleget. An einem Ende hat ſolches einen Zapfen, der in den einen einge⸗ lochten Stempel geſetzt wird, am andern Ende eine Schar, damit er an den an⸗ dern Stempel getrieben wird. Dieſes heiſt ein Einſtrichsjoch.
Ueber dieſe Tragſtempel wird im Hangenden und Liegenden ein Joch zum zweyten Hauptgevier oder Getriebe geleget, Fig. V. b b. Dieſe fuͤllen das noch uͤbrige 1 Lachter unter den abgetriebenen Pfaͤhlen aus, und werden ausgekroͤppet mit einem Zapfenloche. Zwiſchen dieſe Hauptjocher kommt in beyden Schacht⸗ ſtoͤßen ein Haͤetholz cc. an beyden Enden mit Zapfen. Dieſes iſt das zweyte Hauptgevier.
§. 8.
Nach gelegten Tragſtempeln und Hauptgevier wird ein neues Getriebe um daſſelbe, und zwar durchgehends mit 12 ſchuhigten Pfaͤhlen, angeſtecket, da indeſſen das obere Getriebe im verlohrnen Gezimmer ſo lange ſtehen bleibt, bis das zweyte abgetrieben, und der Schacht 3 Lachter nieder iſt. Darauf die Pfaͤhle im obern Getriebe vollends bis 4 oder 6 Zoll, auch wol ein Spann hinter das zweyte Haupt⸗ gevier niedergetrieben werden, da ſie dem oberſten Joch gleich kommen, wie Fig. V. und VI. zu ſehen. Es bleibt alsdenn im obern Getriebe im Hangenden zwi⸗ ſchen den beyden Hauptjoͤchern etwa 10, und im Liegenden 14 Fuß Raum, in⸗ dem ½ Lachter bis 2 Fuß von den 12 und 16 ſchuhigten Pfaͤhlen hinter die Joͤ⸗ cher kommt. Die Vorpfaͤnnige werden darauf wieder weggenommen. 4
Wenn das zweyte Hauptgevier geleget und wieder angeſtecket iſt: So wird das erſte und oberſte Getriebe ferner verzimmert. Auf die beyden Huudhſdeher es
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