Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1763) Von denen Maschinen und Hülfs-Mitteln, welche den Bergbau befördern
Entstehung
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8 I Ch. II. Cap. Von denen Maſchinen und Huͤlfsmitteln

Das II. Lapitel. Vom Schachte, wie auch Schacht⸗ und Grubenbau.

§. 1.

Was ein Gang ie Erze brechen auf einem Gange. Ein Gang wird ein Strich in der ſſt, und deſſen§ Erde genennt, wo das Gebuͤrge oder Geſteine von ganz anderer Art iſt als Berſciedenhii⸗ das, ſo er der Laͤnge nach durchſchneidet, und von dem er auf beyden Sei⸗ 7 ten durch ein hier ſogenanntes Salband, auch Letten, abgeſondert iſt. Solche Gaͤnge werden mit der Ruthe ausgegangen, und darauf durch einen Stollen oder Ruͤſche, oder auch durch ſchuͤrfen, das iſt Hinwegraͤumung der Erde auf einigeuß tief, aufgeſuchet. Sie ſind von unterſchiedener Breite, maͤchtige oder ſchmale Gaͤnge/ und beyde edel oder unedel. Ein jeder Gang hat ſein Hangendes und Liegendes. Feh⸗ let es aber daran, und es brechen einige Lachter breit Erze, ohne daß ſich auf bey⸗ den Seiten eine andere Art des Gebuͤrges und Salband findet: So heißts ein Stockwerk, dergleichen es bey Goslar im Rammelsberge, nicht aber auf dem Oberharze, giebt. Sind die Gaͤnge ſehr maͤchtig: So heiſſen ſie Hauptgaͤnge, und Truͤmmer wenn ſie ſchmal ſind. Gehet ein ſolches Trum unter einem Nuß hinweg in ein gegen uͤber liegendes Gebuͤrge: So heiſſen ſie Gegentruͤmmer. Gehen ſolche Truͤmmer von einem Hauptgange ab: So ſagt man, der Gang zer⸗ truͤmmert ſich. Faͤllet ein ſolches Nebentrum in einen Hauptgang: So pfleget es denſelben zu veredlen und das Erz maͤchtiger zu machen, oder auch wol denſel⸗ ben zu verunedlen.() Durchſchneidet es aber einen Hauptgang: So wird daſ⸗ ſelbe manchmal edel, und darauf Erz getroffen, wie hier zur Altenau auf der Gna⸗ de GOttes im Quartal Crucis 1756. geſchehen. Es hat aber das Wort Trum beym Bergwerke noch mehr Bedeutungen. So nennet man ein Stuͤcke eiſern oder hanfen Treibſeil ein Trum; und wenn vor einem Ort oder Höoͤhe in der Grube Erz getroffen wird, wo noch keins geweſen: So ſagt man: Es iſt ein Trum Erz ſo und ſo maͤchtig getroffen

§. 2. Vom Schachte, Damit man zu den mittelſt eines Stollens oder Ruͤſche auf einem Gange deſſelben Ein⸗ aufgeſchuͤrften Erzen gelangen, und ſie aus der Tiefe heraus holen kann, muß theilung und Di⸗ein Schacht abgeſunken werden. Ein Schacht iſt aber eine laͤnglicht viereckigte menſonrn. hier dohnlaͤgigt ſtehende Oefnung, welche auf einem Gange vom Tage an durch deſſen Gebuͤrge und Erz, wie die Dohnlage faͤllt, niedergebtochen, und hier an al⸗

len vier Seiten verzimmert wird. Zu Loͤhneiſens Zeiten war ein Schacht 2 Lach⸗

ter lang, und Lachter breit, jetzo wird er gewoͤhnlich 3 ½ Lachter oder 23 Fuß 4 Zoll lang, und 13 Lachter oder 10 Fuß weit genommen, davon Lachter, oder 3 Fuß 4 Zoll in der Laͤnge und Breite nemlich auf jeder der 4 Seiten 20 Zoll auf das Gezimmer gehet.

Wenn aber das Creutz an der Kunſt vom Tage ein int den Schacht zwiſchen deſſen Weite ſchiebet: So wird er oben im Gezimmer bey zwey Lachter weit ge⸗ nommen bis auf die Ruͤſche, oder wo keine Ruͤſche iſt, bis zur Tiefe von etwa 10

Lachtern, worauf die ordentliche Schachtweite zwiſchen dem Gezimmer, nemlich ein

Lachter, wieder folget.

Dieſer Schacht wird in den Fahr⸗und Treibſchacht abgetheilet. Der Fahr⸗

ſchacht iſt zum ein⸗und ausfahren in die Grube⸗ und zum Hineinſchieben der Kunſt in

C Als der Neue Jahrs Gang in der Bremer Höhe zum Clausthal zu den Silberſegner Gang geſtoſſen: So hat er denſelben verunedelt. Man iſt auf demſelben etliche 100 Lachter auſge⸗ fahren, ohne daß er wieder edel worden wäre.