Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1763) Von denen Maschinen und Hülfs-Mitteln, welche den Bergbau befördern
Entstehung
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4 II. Th. I. Cap. Von denen Maſchinen und Hulfsmitteln

aam Tage gezeiget, wo man mit einem Ort in der Grube, oder auf dem Stollen ud de iſt. So werden auch von dem Markſcheider die Graben zu Waſſerleitungen, mi hat und wo der Fall auf ein Rad iſt, abgewogen, wie auch die ganze Beſchaffenheit it d des Bergbaues an Graben, Waſſerfaͤllen, Kunſt⸗ und Kehrraͤdern, Stollen, Schacht. Sekon und Grubenbau nach dem Streichen, Hoͤhen und Stößen ins hangende und li⸗ gulin gende, auf dem Papier in Riſſen vorgeſtellet. Ingleichen muß derſelbe einzelne ud acc

Berge oder ganze Forſten meſſen, und in einen Riß bringen. n T Atenbe⸗

Zuſtand dieſer Solches Markſcheiden ſtund vormals auf hieſigem Bergwerke auf ſchlechem Uliſt Kuß in uiſer Fuß, und war noch keine auf mathematiſche Gruͤnde gebauete buuffſc en ageben Zeiten. ſchreibet bey dem 1579ſten Jahre, daß der Oberbergmeiſter Peter Adener und un die

Wolffgang Seydel die zween verordnete Markſcheider geweſen, welche die zum Zellerfelde auf dem Gottesacker in dieſem Jahre neu zu erbauende Kirche der Laͤn⸗ ge und Breite nach abgezogen. Vorhero aber beym Jahre 1536. gedenket erdes Peter Adeners als eines gemeinen Bergmanns, und beym Jahr 1584. als eines denn verſtaͤndigen und wohl erfahrnen Bergmanns und Steigers, der in dieſem Jahre gezoge noch Geſchworner und 1557. Bergmeiſter worden. Da alſo dieſer zuerſt nur ein nuchhe gemeiner Bergmann, und hernach ein Steiger geweſen: So iſt wol nicht anders lch T zu ſchlieſſen, als daß er das Markſcheiden nur durch eigene Uebung zum allerndo Qaus thigſten Gebrauch erlernet habe. Wie er denn nicht einmal, gleich mehrern Berge Fach meiſtern nach ihm, leſen und ſchreiben können. Denn als Albertus Eberding, Herzogs Heinrichs Julii Kammermeiſter, nach Inhalt des Zellerfeldſchen Berga dhen rechnungs⸗Protocolls vom 19. Jul. 1596. gefragt, ob Paul Dreßler, der dazus mal als Bergmeiſter zum Wildenmann beſtellet worden, ſchreiben und leſen koͤnne, haben Hauptmann Zehntner und G. Rott geantwortet:Nein, wie auch der jetzge Bergmeiſter Valentin Neithart nicht kann, desgleichen auch der vorige, Peter Adener ſeliger ſolches nicht gekonnt.,. In des ehemaligen Maſchinendirertors, Bernhard Ripkings, Unterricht, welchen er den Lehrlingen der Markſche dekunſt in die Feder gegeben, heißt es auch 1urdelcheDas Markſcheiden iſt zum Clausthal und Zellerfelde durch einen

Stollenſteiger, Severin Adeler, mit dem Setzcompaß verrichtet worden, wel⸗ cher das Streichen des Ganges mit ſeiner Laͤnge ſo, wie er es in der Grube ge⸗ funden, am Tage wieder abgeſtecket, dabey denn alles, was dazu im Wege ge⸗ ſtanden, hinweg geraͤumet werden muͤſſen. Bey den Durchſchlaͤgen ſind bey dieſer Weiſe große Fehler nicht zu vermeiden geweſen.

Eben ſo muß die Markſcheidekunſt in Sachſen im 16ten Seculo noch nicht ſonderlich excoliret geweſen ſeyn, wie aus dem Agricola im Ften Buch zu erſehen.

Daher Erasmus Reinhold, Doctor der Arzneykunſt und Bergvoigt zu Saalfeld, ein Sohn des beruͤhmten Aſtronomi dieſes Namens, und von welchem ſich noch einige Schreiben an Herzog Julium zu Braunſchweig in der Zellerfeldſchen Bergamts⸗Regiſtratur finden, geſucht hat, in einem von ſeinem Vater angefange⸗ nen und 157 zu Erfurt gedruckten kurzen und gruͤndlichen Unterricht vom Mark⸗ ſcheiden dieſe Kunſt auf die Mathematik zu gruͤnden. Dieſer Unterricht iſt Anno

1615. zum andernmal aufgeleget, aber mit der Zeit ſo unbekannt worden, daß

Nicolaus Voigtel, Zehntner zu Mansfeld, als er Anno 1686. ſeine Markſcheide⸗

kunſt zu Eißleben drucken laſſen, und auch noch bey der zwoten Auflage Anno

1713. vermeynet, er waͤre der erſte, der hievon etwas geſchrieben habe.

Der obgedachte Reinhold hat zur Ausuͤbung der Markſcheidekunſt Regeln

angegeben, aber ohne Beweiß, auch weitlaͤuftige Tabellen mitgetheilet, wie die Sohle un

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