Teil eines Werkes 
Erster Theil (1763)
Entstehung
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Vorbericht. 7

die Jugend in der Matheſi und Mechanie ſolte angefuͤhret werden, damit ſich diejenigen, die ſich davon zum Bergwerk begeben, dadurch helfen, und dem Lande Nutzen ſchaffen koͤnten.

Nach meinem geringen und wenigen Ermeſſen wuͤrde der von ihm abgezie⸗ lete Zweck noch eher zu erhalten ſtehen, wenn insbeſondere eine mathematiſche Schule aufgerichtet wuͤrde, darin die faͤhigſten und aufgeweckteſten Koͤpfe von denen, die Berg⸗ und Zimmerleute werden wollen, in der Jugend einige Stun⸗ den in der Woche, die ſie von ihrer ſchon angetretenen Arbeit abbrechen koͤnnen, in den Gruͤnden der Geometrie, Trigonometrie, Static und Mechanic, auch der Aeroſtatic, Hydroſtatic und Hydraulic, als Wiſſenſchaften, da die Phyſic und Geſetze der Natur von der Matheſi appliciret werden, bey welchen allen die Arithmetic zum voraus geſetzet wird, unterrichtet wuͤrden, wie in Eng⸗ land, Holland und Rußland dergleichen Schulen fuͤr die Ingenieurs, Archite- Eten und Schiffer, in großen Staͤdten auch wol fuͤr die Tiſchler zur Erlernung der Seulenordnung, und in Irland Werkſchulen, darin man ſich uͤbet in allerley, was zur Oeconomie und Handlung dienet, ſind. Bey ſolcher Anſtalt wuͤrde ſich der Nutze der Matheſis gewiß mehr zeigen, als itzo, da diejenigen, die ſich auf das Berg⸗ und Zimmerwerk wollen legen, ſich gemeiniglich in den gewoͤhnli⸗ chen Schulen ſo lange nicht aufhalten, bis ſie in ſolchen Wiſſenſchaften koͤnnen nohtigen Grund legen, und nur diejenigen, die ſtudiren wollen, und zu dem En⸗ de die Schule fortſetzen, die Matheſin lernen, und damit auch wol auf der Aka⸗ demie fortfahren. Kommen von ſolchen einige hernach zu Bedienungen bey dem Bergwerke, ſo komt ihnen zwar die Theorie der mathematiſchen Wiſſenſchaften bey dieſem und jenem Vorfall und Gelegenheit zu ſtatten; aber da es ihnen an der Erfahrung in Praxi fehlet, wie dieſes und jenes anzufangen und zu bauen, ſo mag durch die bloße Theorie allein der Nutzen dieſer Wiſſenſchaft nicht errei⸗ chet werden. Da hingegen ſolche, welche Praxin beym Berg⸗und Zimmerwerk haben, die Theorie recht zum Nutzen anwenden koͤnnen, und daher auch dazu erlernen ſolten, welches aber in den gewoͤhnlichen Schulen nicht geſchicht.

Ich habe ins 17. Jahr in meinem Clausthaliſchen Schulamte, erſtlich als Conrector, hernach als Rector, die Jugend in der Matheſi mit unterrichtet, und darunter gar faͤhige Koͤpfe gehabt, die in allen vorhin gemeldten Theilen gruͤndliche und hinlaͤngliche Wiſſenſchaft erlanget. Ich weiß mich aber nicht auf einen einzigen zu beſinnen, der ſich von ſolchen aus der Schule zum Berg⸗oder Zim⸗ merwerk begeben, und dabey mit ſolchen mathematiſchen Wiſſenſchaften, vermit⸗ telſt der Theorie, Nutzen geſchaffet haͤtte. Und ſo gehet es bey dem Maſchinenweſen mehrentheils verkehrt zu, da man ſolte aus der Theorie zur Praxi gelangen, ſo muß man aus der Praxi zur Theorie kommen. Hat itzo ein Mann durch lange

e Praxin