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Daß hiebei ungleich mehr Bücher, unter den Namen von Schuldigkeits⸗Präſtations⸗ c. Büchern zu
führen obliegen, wird ohne mein Erinnern von ſelbſt einleuchten. Wie könnte dieß bei einem ſehr ausgedehnten
Guts⸗Complexe wohl auch anders ſeyn? Indeſſen ſey ihre Anzahl noch ſo groß, ſo kann hievon nichts auf
Rechnung der führgewählten Buchführungs⸗Methode kommen. Es liegt aber auch nur in dem Weſen dieſer,
wie in keiner andern Methode, im weiten Bereiche des viel umfaſſenden Rechnungsweſens alle Fragen ohne
Weitläufigkeiten und Vielſchreiberei zu beantworten, die man nur immer an dieſelbe ſtellen möchte; freilich
wird man dann fleißig Maß und Gewicht zur Hand nehmen und beides, ſo wie alle merkwürdigen Vorfälle und Veränderungen in den betreffenden Regiſtern anzeichnen müſſen.
Welch' intereſſante Aufſchlüſſe müßten nicht ſolche Rechnungen erſt, wenn ſie hin und wieder anzutref⸗ fen wären, in Bezug auf die Beſteuerung des Bodens, in Bezug auf die arithmetiſche Staatskunſt und Landes⸗ Statiſtik gewähren!
Zum Schluſſe bleibt uns noch der Natural- und Arbeits⸗Üüberſchläge zu erwähnen übrig, welche im landwirthſchaftlichen Gewerbsbetriebe in die Claſſe der Voranſchläge gehören, als: der Getreide⸗, Viehfutter⸗, Streu⸗, Dünger⸗, Arbeits⸗ ꝛc. Überſchläge, welche den Nutzungs⸗ oder Gelderträgniß⸗Überſchlä⸗ gen in jeder gut betriebenen Okonomie immer voraus gehen müſſen, indem durch ſie vorerſt nachzuweiſen iſt, was dießfalls vorhanden, und hierauf noch zu empfangen, dann was hievon für den eigenen Bedarſ erforderlich iſt und was nach Berückſichtigung aller dieſer und anderer Umſtände ſonach hievon zum Verkaufe erübrigt. Das hier anſchlüſſige Formulare ſoll dieß näher anſchaulich machen.
Skonomie⸗Gelderträgniß⸗Überſchläge erfordern eine außerordentliche Umſicht in dieſem weiten Felde der practiſchen Erfahrung und laſſen ſich nur ſelten, da die Jahres⸗Erträgniß bei Okonomien nur all zu ſehr von nicht voraus zu ſehenden Witterungs⸗Einflüſſen, unberechenbaren Natur⸗Ereigniſſen, politiſchen und Handels⸗Conjuncturen der Zeit ꝛc. abhängt, mit einiger Beſtimmtheit vorausberechnen, es ſey denn nach dem Durchſchnitte von vielen Jahren, wo dann gute und mittlere, mitunter auch Fehljahre mit in die Rechnung fallen.


