ES Faen 1OA TIB 1 I Wnce oder ſyſtematiſche Darſftellungen, aus ſolchen Zweigen der Naturgeſchichte, welche mit vorzüglichem Eifer bearbeiter, wo neue Erfahrungen und Beobachtungen täglich geſammelt, und ſchnell in Umlauf gebracht werden; bedürfen bei der Herausgabe neuer Auflagen gewöhnlich vieler Abäànderun- gen, und zuweilen einer gänzlichen Umarbeitung. Dießs gilt gegenwärtig insbeſondere von den Diszipli- nen der Mineralogie; indem ihr Studium feit ungefähr 20 Jahren, in Verbindung der Chemie und Phyfik, mit einer folchen Lebhaftigkeit von allen Ständen geſchieht; dals bei Bearbeitung der Literärgeſchichte des jezt zu Ende gehenden Jahrhunderts, ein Hauptkarakter der jüngſten Epoche, von dieſer Vorliebe für die oben genannten Fächer, unausbleiblich entlehnet werden muſs. Dieſe Lage der Dinge iſt demjenigen achtungswerthen Theile des gelehrten Publikums, mit welchem ich mich hier unterhalte, nicht entgangen. Schion deshalb war es allo Pflicht für mich, bei Herausgabe einer dritten Auflage meiner„Tabellariſéhen Uebeyficht der mineralogiſeh einfachen Eosilien,“ darauf zu denken, daſs ſie, dem jetzigen Zuſtande der Wiſ- lenſchaft gemäſs, eingerichtet würde. Ich bin jedoch, wie fich bei nâherer Durchficht des Buches erge-
ben wird, hiebei nicht ſtehn geblieben, ſondern habe für nöthig gefunden, die Bearbeitung deffelben ge- genwärtig, nach einem erweiterten Plane, vorzunehmen, wovon dann auch der allgemeinere Titel:„Mine-
ralogiſche Tabellen,“ eine Folge geweſen iſt.
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Die e*lte Hauptabtheilung enthält nunmehr die äunſseren Aennzeichen der Eoßilien in 12 Tafeln. Sie waren den beiden erſten Auflagen meinter„Tabellariſchen Ueberſicht“ nicht beigefügt. Herr Profeſſor
Wap in Kopenhagen hat zwar ſchon vor mir die erwähnten äuſseren Kennzeichen tabellariſch behan- lelt, und ſich durch Beifügung der Lateiniſchen und Däniſchen Ausdrücke, ein weſentliches Verdienſt um
lie Wiſſenſchaft erworben. Allein ſo intereſſant dieſe Schrift, welche den Titel führt: Tabulae ſynopticae terminorum ſyſtematis Oryctognoſtici Werneriani, latine, danice et germanice aditae a Greg. Wad. Hafn. 1798. in Fol. für den fchon ausgebildeten Oryktognoſten iſt; ſo ſchwer dürfte es
dem Anfänger werden, manche nach der gewählten Methode, auf vielen Blättern fortgeſezte Eintheilun-
gen eines oder des anderen Kennzeichens richtig zu faſſen. Ich habe mich deshalb bemühet, auf einem
anderen Wege mehr Anſchaulichkeit zu bewirken, und wünſche, daſs mir dieles gelungen ſeyn möge.
Die zweite Hauptabtheilung begreift die Tabellariſche Ueberficht der mineralogiſch- einfachen Foſſilien. Nach Vergleichung derſelben mit der vorhergegangenen Auflage wird man hoffentlich finden, dalſs die neueren Entdekkungen nicht unbenuzt geblieben find. Es muſsten vielmehr viele neue Gattungen und Arten eingeſchaltet, und mancherlei Berichtigungen vorgenommen werden. Einen Theil der neu hinzu-
ekommenen Foſſilien hat auch Herr Hofrath BnuMENBAcCH in der fechsten Auflage ſeiner Naturgeſchichte ſchon bekamnt gemacht; von anderen haben die Schriftſteller bisher ganz geſchwiegen. In dieſer Hinſicht, war es indeſſen nôthig, einige Erläuterungen darüber beizubringen. Um die Tabellen ſelbſt nicht zu un- terbrechen, find die Erörterungen zum Schluſſe des Buchs, in beſonderen Anmerkungen enthalten, und mit Zahlen bezeichnet, welche fich auf gleichlautende, denjenigen Gattungsnamen in Klammern beige-
fezte Zahlen beziehen, wobei ich die Ertheilung einer Erklärung nöthig fand. Hierauf muſs ich daher
in Rückficht der einzelnen Objekte, verweiſen.
Im Allgemeinen darf ich aber nicht unerwähnt laſſen, welchen groſsen Antheil mein verehrungs- würdiger Freund KrAPROTH an der Verbeſſerung dieſer Hauptabtheilung des Buches hat. Er hat fich nicht allein durch die groſsen Entdekkungen, welche er in Auffindung ganz neuer Stoffe, oder Zerlegung vieler Foffilien, in zwar an und für ſich(aber nicht in jenen Körpern) bekannt gewelene, oft ganz un- erwartete Beſtandtheile, ſeit Erſcheinung der zweiten Ausgabe, gemacht, und, theils in ſeinen Beiträgen zur chemiſchen Kenntniſs der Mineralkörper, 1. B. Berlin 1795. 2. B. 1797. theils in periodiſchen Schriften ins Pu- blikum gebracht, hat; ſondern auch durch ſeine bidere Bereitwilligkeit in Abſicht auf mehrere, zu mei- nem Behuf noch erft zu unternehmende Zergliederungen verſchiedener Foſſilien, und durch die groſse Willfährigkeit, mit welcher Er mir erlaubte, ſeine trefliche Mineralienſammlung zu benutzen, die gröſsten Anſprüche auf meine Dankbarkeit erworben, welches ich hierdurch öffentlich anerkenne. Ich würde
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