Honigbiene. 25 allein es wird hier und da auch noch als inneres einhüllendes, abstumpfendes Mittel in hartnäckigen Durchfällen und Ruhren(auch bei Cholera') zu 1— 2 Skrup. in Form von Emulsionen oder Latwer- gen, oder in Seife oder in Oel aufgelöst gegeben. In Künsten und Gewerben findet es noch sehr mannigfache, gröſstentheils bekannte Anwendung; unter andern ist es auch für Merzte zur Nachbil- dung anatomischer Präparate und zum Finspritzen der Blutgefälse, so wie auch zur Bereitung von Wachstaffent, Wachstuch ete. unentbehrlich.— Das Wachsöl wurde ehedem als schmerzstillendes, einhüllendes Mittel gebraucht, ist aber ganz entbehrlich geworden.— Der Honig wird eben so häuſig innerlich wie äufserlich angewendet. Innerlich(oft schon in geringer Menge, auf Brodt gestrichen) wirkt er sehr auflösend, gelinde abführend, nährend, antiseptisch und, wegen seiner geringen Schärfe, reitzend auf alle Ab- und Aussondrungen. Man reicht ihn in Brustkrankheiten als expectorans, so wie auch bei Obstructionen des Unterleibes und bei Hämorrhoiden, Stockungen, Gelbsucht, infarctus u. 8. f. als laxans, ja selbst nach Pringle bei Nieren- umd Blasensteinen. Man giebt ihn entweder rein als Mel depumatum(Eſslöffelweise), oder in Mixturen, oder als Oahmel impie(1 Unze auf 6 Unzen Mixtur), welcher letztere noch sechr zweckmãſsig diaphoretisch wirkt. Keuſserlich wirkt er ein⸗ hüllend und schmerastillend, auf Geschwüre maturirend umd reinigend(als Umschlag, EFinspritzung oder Gurgelwasser, auch als Mel Mosurum). Zu eröffnenden Clystiren nimmt man 4— 1 Unze. Im Oaymel scilliticum, Oaym. Aeruginis u. Mel mercuriuls ist er ein unwesentlicher Nebenbestandtheil. Ehedem galt anch der bekannte Meth(Fydromel s. Muſsum) als Arznei. Er wird hier und da noch als Delicatesse wie Wein getrunken. Als diätetisches Mittel und als Surrogat des Rohrzuckers in der Haushaltung ist er unschätzbar, nur bedenke man immer, dafs er, besonders bei schwacher Verdauung, leicht Säure, Leibschmerzen u. s. f. erregt. Hier und da hat man noch durch Honig, welchen die Bienen wahrscheinlich von giftigen Gewächsen gesammelt hatten, auch Vergiftung beobachtet(¹).— Der Ho- nig ist eins der ältesten Arzneimittel und stand schon bei Hippocrates schr im Ansehn.— Das Vorwachs(Propolis) wird in neuerer Zeit nicht mehr gebraucht, galt ehedem aber als ein erwei- chendes, schmerzstillendes und wundenreinigendes(²) Mittel, auch war die Anwendung desselben als Räncherung gegen Husten gar nicht unverständig.
Anatomie 6C). Das Fracheen-System zeigt zwar im Allgemeinen dieselbe Beschaffenheit und Anordnung wie bei den übrigen Insecten, namentlich in der weiſsen, schwach silberglänzenden Farbe und in der Hauptvertheilung, allein es ist ihm eigenthümlich, dals die aus den Bauch-Stigmaten kommenden Aeste jederseits in eine schr groſse längliche blasenförmige Erweiterung(Tab. XXV. F. 30. a.)(blasenförmig angeschwollener ramus communicans der Stigmatenäste) münden. Aus jeder dieser schön weiſsen Blasen tritt nach vorn ein Ast() durch den Hinterleibsstiel in den Rumpf, wo er viele Aestchen abschickt. Die Blasen beider Seiten communiciren dicht hinter dem Hinterleibsstiel mittelst eines Astes(e), welcher dicker ist als die übrigen, weiter nach hinten liegenden dünneren Aeste(o. o), welche unmittelbar auf den Bauchschuppen liegen, und senden Aestchen an die Eingeweide und an die obern und hintern Theile des Hinterleibes. Auch an andern Aesten findet man solche, nur klei- nere Blasen. Um die Mündung des Giftdrüschens bildet sich ein ordentlicher Kranz von Tracheen Ein wahrer circulus). Der Nahrungskanal beginnt mit einer sehr dünnen Speiseröhre(F. 29. a.),
() Schwartze PHarmal. Tah. Bd. N F. 43.—(²) Mercklein Merhuci§. 523.
(2) Aeltere Beschreibungen über diesen Gegenstand nebst trefflichen Darstellungen finder man bei Swammerdamm Bibel der Matur a. a. O. Neuerdings hat Succow(Heusinger's Zeieschri/t /ür organ. Phy iM Bd. III. p. S1. tah. V. Fg. 121.) den Magen. und(ebd. Bd. II. cab. XIV. ℳ 38.) die Q und(tab. XII. f. 30.) die q Geschlechtsorgane er- läutert. Alles frühere übertreffen aber an Ausführlichkeit die getuschten Zeichnungen von Ramdohr, welche in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin liegen, um dem Stich übergeben zu werden.


