Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1845)
Entstehung
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wird der vorgefallene Theil der Eingeweide in die Bauchhöhle zurückgedrängt, der leere Bruchſack wird dann dicht am Leibe ergriffen, und ein Gehülfe faßt denſelben in die Bruchklammer(Fig. 8.) ein. Hierbei iſt die Vorſicht zu gebrauchen, daß nicht etwa ein Darmtheil von der Klammer mit erfaßt werde; auch iſt die Klammer ſo dicht am Leibe anzulegen, als nur immer möglich. Hierauf wird der über die Klammer her⸗ vorſtehende Bruchſack, und zwar dicht auf der äußeren Fläche der Klammer, abgenähet, mit dünnem Bind⸗ faden. Man benutzt dazu entweder zwei Packnadeln, oder eine eigends dazu gefertigte, an ihrem vorderen Ende durchbrochene Bruchnadel(Fig. 9.), und nähet damit eine ſogenannte Schuſternaht. Iſt das Abnähen erfolgt, ſo wird die Klammer abgenommen, und dann daſſelbe Verfahren in Bezug auf Fütterung ꝛc. beob⸗ achtet, als bei der oben beſchriebenen Operation des Bruches. Gleich nach dem Abnähen wird der Bruch⸗ ſack kalt, er ſtirbt ab, und nach acht bis zwölf Tagen fällt er als ein brandiges Hautſtück ab, mit Hinter⸗ laſſung einer langen Hautwunde, welche aber in kur⸗ zer Zeit von ſelbſt heilt. Iſt der Bruch von bedeu⸗ tendem Umfange, etwa viel größer als ein Menſchen⸗ kopf, ſo iſt die Operation deſſelben, welche man auch wählen möge, nie ohne einige Gefahr, und hat der Bruch, wie das oft beim Rindvieh vorkommt, einen noch weit größeren Umfang, ſo iſt die Operation un⸗ ausführbar, und außerdem nicht gut eine Heilung möglich. Glücklicherweiſe ſchaden dergleichen ſehr große Brüche dem Rindvieh nur ſelten; ſie erleiden dadurch keinerlei Stoͤrung, und können ſelbſt geſunde Kälber ge⸗ bären. Beſſer iſt es indeſſen, dergleichen Thiere fett zu machen und zu ſchlachten.

Neu entſtandene Brüche, wenn ſie von nur gerin⸗ gem Umfange find, heilt man oft auch ohne alle Ope⸗ ration. Nachdem die Zeichen etwa vorhanden gewe⸗ ſener Entzündung beſeitigt ſind, legt man einen brei⸗ ten Gurt um den Bauch, und zwar über die Stelle, an welcher ſich der Bruch befindet; unterhalb des Gurtes wird auf dieſelbe Stelle ein feſtes Knäul Heede gelegt, und darüber noch ein kleines Bret. Der Gurt muß

ſehr feſt angelegt werden, und es iſt Sorge zu tragen,

daß er ſich nicht verſchiebe. Durch den dadurch her⸗ vorgebrachten, anhaltenden Druck auf den Bauch ver⸗ wächſt der Bruchring, und in vierzehn Tagen iſt der Bruch geheilt. Während der Kur muß das Thier im Stalle bei ſparſamer Diät gehalten und dafuͤr geſorgt

128. Bruͤche der Eingeweide.

werden, daß immer ein weiches Miſten ſtatt habe. Dieſe Art der Heilung des Bruches läßt ſich indeſſen vorzüg⸗ lich nur bei Pferden anwenden. Bei Ochſen entſteht zuweilen ein eigenthümlicher, ſogenannter innerer Bruch, deſſen Erkenntniß aber zu ſchwer iſt, als daß es paſſend erſchiene, von demſelben hier näher Erwäh⸗ nung zu machen.

b. Nabelbruch. Er zeigt ſich faſt allein bei ſehr jungen Thieren, und hat in der Regel nicht viel auf ſich; dennoch iſt es gut denſelben zu beſeitigen, denn er kann dann doch größer und dadurch endlich nachtheilig und gefährlich werden. Iſt der Bruch nur ſehr klein, ſo heilt er ſpäter in der Regel von ſelbſt; wenn er beträchtliche Größe hat, ſo findet dies aber nicht ſo leicht ſtatt. Bei Füllen, bei denen der Na⸗ belbruch ziemlich oft vorkommt, kann man einen Gurt um den Bauch legen, und denſelben vierzehn Tage liegen laſſen, worauf der Bruch oft verheilt iſt. Es iſt indeſſen ziemlich ſchwer einen Gurt ſo zu befeſtigen, daß er ſich nicht von Zeit zu Zeit verſchöbe, weshalb man paſſender zur Operation ſeine Zuflucht nimmt. Das Verfahren derſelben beſteht in dem Abnähen, mit Hülfe der Bruchklammer, und daſſelbe wird ganz ſo ausgeführt, als es bei den erwachſenen Pferden ange⸗ geben worden iſt. Eine kalte oder nur wenig entzün⸗ dete Geſchwulſt, welche ſich meiſtens kurze Zeit nach der Operation einſtellt, iſt ohne Gefahr, und verdient deshalb nicht weiter berückſichtigt zu werden. Noch einfacher, als das Abnähen, iſt das Abbinden des Bruchſackes. Der Bruchſackwird durch einen an einem hölzernen Stiele befindlichen Ring, der, je nach Erfor⸗ dern, einen halben bis einen Zoll Durchmeſſer hat, hindurchgezogen, und dann um den Bruchſack zwiſchen Bauch und Ring, ein dünner, aber ſtarker Bindfaden gebunden. Wie beim Abnähen, ſo muß man auch hier beim Abbinden ſorgfältig ſich hüten, ein Stück von dem Gedärme mit einzubinden, denn es würde dies faſt allemal den Tod nach ſich ziehen. Der ab⸗ gebundene Bruchſack wird ſogleich kühl, er ſtirbt und fällt nach einiger Zeit ab; der Bruchring ſelbſt iſt dann verwachſen und der Bruch geheilt.

Bei Kälbern kann man auf gleiche Weiſe verfah⸗ ren; man legt einen Gurt an, nähet oder bindet den Bruchſack ab. Iſt derſelbe von keinem bedeutenden Umfange, ſo kann man auch durch verſchiedene Aetz⸗ mittel den Bruch heilen. Zu dieſem Behufe ſcheert man in einem drei bis vier Zoll breiten Umkreiſe um