142 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.
übergebenen Bänder werden hier um das Fünffache geſtreckt und in einen ſchwach gedrehten, lockeren Strang von der Stärke eines Fingers verarbeitet. Dieſer Strang kommt nnn auf die Streckmaſchine, drawing-heads. Derſelbe paſſiert drei Streckmaſchinen; auf jeder werden fünf Stränge zuſammen⸗ gelegt und in einen Faden zuſammengedreht, wobei derſelbe auf den drei nacheinander arbeitenden Maſchinen um das Fünffache geſtreckt wird. Die aus der letzten Streckmaſchine hervorgegangenen Fäden empfängt der Fertigſtuhl, finishingbox; er nimmt gewöhnlich drei derſelben zuſammen und ſtreckt die⸗ ſelben dergeſtalt, daß die Wolle als ein ſchwach gedrehter Faden von der Stärke einer Spule heraustritt. Hiermit be⸗ ginnt das eigentliche Spinnen; es geſchieht in derſelben Weiſe wie bei der Kammgarnfabrikation und zerfällt, wie dieſe, in das Vor⸗ und Feinſpinnen. Die anderen Manipulationen, das Zwirnen, Weifen, Waſchen, Trocknen, ſind ganz ſo wie in der Kammgarnfabrikation; nur das Färben unterſcheidet ſich noch etwas, wird aber ebenfalls ſo ausgeführt.
Nachdem das fertige Garn, beſonders Strick⸗ und Tapiſſerie⸗ garn, gefärbt iſt, kommt es, nachdem es in der üblichen Weiſe gehaſpelt und verpackt iſt, in den Handel. Aus Halbkamm⸗ garnen werden hergeſtellt: Zephir⸗, Strick⸗, Phantaſie⸗, Strumpf⸗ und Kaſtorgarne.
Die wichtigſten Arten der Gewebe aus RKammgarn.
Die durch die Zeugweberei hergeſtellten Stoffe ſind von unendlicher Mannigfaltigkeit; der Wechſel der Mode liefert täglich neue Muſter und Kombinationen. Die Verſchiedenheit der Stoffe wird einerſeits durch die verſchiedenen Qualitäten von Kammwollen, anderſeits aber dadurch ermöglicht, daß man Kammgarn entweder rein für ſich oder in Verbindung mit Streich-, Baumwoll⸗ oder Seidengarn verarbeitet. Je nach der Herſtellung unterſcheidet man:
I. Glatte oder ſchlichte Gewebe.
Bei den glatten Fäden läßt der Eintragfaden, in ſeinem Laufe quer durch die Kette abwechſelnd, einen Kettenfaden unten und einen anderen über ſich liegen, ſo daß er die eine Hälfte der Kettenfäden bedeckt, von der anderen bedeckt wird.
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