124 Dritter Teil. Die techniſche Verarbeitung der Wolle.
denn es hat keinen Zweck und verurſacht in ökonomiſcher Be— ziehung eine Verteuerung der Wäſcherei.
Das Verfahren iſt höchſt einfach. In Figur 41 ſehen wir die ſog. Glocke. a iſt das Geſtell, b das zylindriſche Gefäß ſelbſt; c ſind die beiden Zapfen, welche in den Lagern des Ge⸗ ſtells liegen und zum Umkippen der Glocke dienen; d iſt die in einer großen Brauſe endigende Waſſerleitung.
Das kalte Waſſer ſtrömt auf die Welle nieder; indem dieſe durchnäßt wird, drückt ſie ſich durch ihr eigenes Gewicht ge⸗ hörig zuſammen; der Schweiß wird auf dieſe Weiſe gehörig ausgepreßt und fließt bei e ab. Der Abfluß erfolgt ſo lange, bis er ganz rein iſt; ſobald man helles Waſſer bemerkt, ſchließt man den Hahn, kippt die Glocke um und entleert ſie in das erſte Bad der Waſchmaſchine. Dieſes Verfahren hat immerhin Einfluß auf das Reinwerden der Wolle und erſpart vornehmlich Seife.
Die Fabrikwäſche bei der Kammgarnſpinnerei befolgt das Prinzip, das Wollhaar zu erweichen, ohne daß die Wolle irgend verfilzt oder verwirrt wird oder an Weichheit und Stärke verliert; vielmehr wird ſie in erweichter Form dem Krempeln übergeben, damit dieſes dem Wollhaare alle Kräuſelung ent— ziehe und dadurch der Wolle die Krimpkraft raube. Die frühere alte Methode will ich gar nicht näher beſchreiben, ſondern gehe ſofort zu der Waſchmaſchine, dem„Leviathan“, über.
Die Leviathans ſind gewöhnlich aus mehreren einzelnen Maſchinen zuſammengeſetzt, wobei jedoch das Waſchen ganz ſelbſtändig geſchieht. Stellt man z. B. drei ſolche Maſchinen hintereinander, ſo wird in I die Entſchweißung, in II das Waſchen und in III das Ausſpülen vorgenommen. Indem nun von Zeit zu Zeit die Flüſſigkeiten aus I abgelaſſen, aus II nach 1. und aus III nach II transportiert werden und in III reines
Abb. 41.


