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Die Manipulation bei der Verarbeitung der Wolle. 121
Spinnen unbrauchbar wird. Dieſe Untreue kann ſich aber nicht nur auf ein Tier, ſondern auch auf die ganze Herde er— ſtrecken; ſie rührt zum Teil von unregelmäßiger Ernährung her. Zur Ausgeglichenheit einer Wolle gehört möglichſt gleichmäßige Länge derſelben; Wolle, welche auffallend kurze neben langen Fäden enthält, hat für den Kammgarnſpinner faſt gar keinen Wert. Die Länge des Haares iſt äquivalent der Höhe des Stapels; man meint damit in beiderlei Beziehung ſolche Wolle, welche ein volles Jahr lang gewachſen iſt. Die abſolute Länge des Wollhaares wechſelt zwiſchen 30— 300 mm; Wollen unter und über dieſer Länge ſind nicht mehr als normal an⸗ zuſehen. Zu kurze Wollen kann der Kammgarnſpinner nicht gebrauchen, da die bis jetzt beſtehenden mechaniſchen Vor⸗ richtungen zum Kämmen kurze Haare nicht zu faſſen vermögen; ihre Länge muß wenigſtens zwei Zoll betragen. Doch darf dieſelbe auch nicht zu lang ſein; eine Länge von ſechs Zoll iſt die höchſte; über dieſe Grenze hinaus wird die Wolle vor dem Kämmen entzweigeſchnitten, geht alſo verloren.
Die Manipulationen bei der Verarbeitung der Wolle.
Sortieren der Wolle.
Bekanntlich finden ſich auf dem Vlieſe eines Schafes ver⸗ ſchiedene Wollfeinheiten. Dieſe voneinander zu trennen, iſt die Aufgabe des Sortierens. Sei es nun Rückenwäſche oder Schweißwolle, die Wolle muß ſortiert werden, und zwar ge⸗ ſchieht dieſes auf dem hölzernen Geſtelle eines länglichen Tiſches. Manche Sortiertiſche haben eine Platte, andere ſtatt der Platte ſtraff geſpannte Stricke mit kleinen Abſtänden, um Leiſten, Kletten und Sand das Durchfallen zu geſtatten. Der Sortierer muß vor allem ein geübtes, ſcharfes Auge und ein empfindliches Gefühl in den Fingerſpitzen haben; außerdem braucht er eine Schafſchere, einen Klopfer und Körbe zu den verſchiedenen Sortimenten. Die Schere dient zum Abſchneiden der Band⸗ oder Pechſpitzen. Gleich beim Öffnen eines Vlieſes wird ein geübter Sortierer erkennen, was er von demſelben zu halten hat. Iſt das Vlies normal gewachſen, ſo bereißt er dasſelbe, d. h. die Seiten, wo die feinſte Qualität zu finden iſt, zuerſt und dann die anderen Teile. In der Kammgarn— fabrikation ſortiert man gewöhnlich nur


