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Die wichtigſten Arten der Gewebe aus Streichgarn. 119
hochfeinen ungariſchen Einſchuren in Betracht. Die wertvollſten Tuchwollen werden von den Elektoralſchafen geliefert, worauf die Wollen von den Kreuzungen der Elektoral⸗ und Negretti⸗ ſchafe folgen. Sehr gute Tuchwollen liefern auch diejenigen Negrettiſchafe, welche mit Rambouillets gekreuzt ſind, deren Wolle aber nicht zu hoch emporwächſt. Minder wertvolle, wenn auch noch brauchbare Wollen zur Herſtellung geringerer Tücher liefern endlich die Baſtardtiere, aus der Kreuzung der Merinos und deutſchen Schafe hervorgegangen, wobei das Merinoblut die Güte der Wolle erhöht. Aus hochfeinen und dabei möglichſt kurz geſtapelten Wollen werden angefertigt:
Zephir, die leichteſte Gattung Tuch, auch wohl Royal genannt;
Croiſés. Der Stoff beſitzt hohe Geſchmeidigkeit und große Weichheit;
Satin, Esquimaux Floconne. Für dieſe Stoffe kommen ausſchließlich feine Einſchuren in Betracht; für den Schuß werden mittelfeine Kämmlinge verwendet;
Cirkaß, auch Cirkaſſienne. Es können nur kurze Wollen bis zu einer Feinheit gleich der erſten Elekta verwendet werden.
Aus weniger feinen Wollen wird der Flanell ge—⸗ arbeitet. Zur Kette wird teils Florettſeide, teils Baumwolle benutzt.
Während bei den feineren Tuchwaren das Hauptgewicht auf Schönheit und Eleganz der Ware gelegt wird, iſt bei den Mittelwaren der Preis die Hauptſache, ohne daß die Ware ſchlecht zu werden braucht; die Hauptrückſicht wird allemal auf den Preis genommen; erſt dann wird gefragt, ob bei ſo und ſo hohem Preiſe etwas Konkurrenzfähiges zu liefern möglich iſt.
Bei der Herſtellung billigen Tuches kann die Erſparnis nur im Schuß und etwa darin geſucht werden, daß man den Einſchlag dicker macht und daher für denſelben geringeres Material gebrauchen kann, ohne gerade grobes Wollhaar ver⸗ wenden zu müſſen. Eine beſondere Art ſchwerer, ordinärer Tuche bilden die Kaſtorins, Doskins und Buckſkins; zur Fabrikation des Buckſkins werden meiſt Zweiſchuren, Stücke, Sterblinge, Gerberwolle, klettige Kämmlinge(chemiſch gereinigt),


